Pharmazie


Pulvermischdose n. WOLSIFFER

P1020526

1906

 

 

Der Apotheker Jacob WOLSIFFER aus Neustadt a.d. Haardt ließ 1904 einen Kolierapparat patentieren (Apothekerzeitung N°73 von 1904 S.712). 2 Jahre später stellte er eine - der großen Kugelmühle nachgebildete - Pulverisier-Dose vor, in der drei blanke Metallkugeln die Mischung bewerkstelligten :

"Eine Pulvermischdose empfiehlt J. Wolsiffer". Die sehr handliche Dose hat einen Durchmesser von ca. 12 cm und eine Höhe von 5,7 cm" (Apoth.-Ztg. 1906, Heft 21).

Dietrich bezeichnete sie später als "sehr praktisch und sauber" (Eugen Dieterich, Karl Dieterich, Neues Pharmazeutisches Manual, Springer Verlag 1913 S.316).

 

"Eine kleine Hand-Kugelmühle, die allerdings nicht zum Zerkleinern benutzt wurde, ist die Pulvermischdose nach Apotheker Jakob Wolsiffer: eine Metalldose mit dichtschließendem Deckel und meist drei Kugeln. Sie wurde in der Rezeptur zum schnellen und staubarmen Mischen, vor allem von Pulvern ohne starkwirkende Arzneistoffe, verwendet. Dazu wurde die mit den Rezepturbestandteilen und den Kugeln befüllte und verschlossene Dose mit der Hand so bewegt, dass die Kugeln rollten" (Hansjörg Hahn, Von Mörsern, Mühlen und dem fernöstlichen Drogenschiff, in: Deutsche Apothekerzeitung Nr. 4, 1998, S. 67).

 

Exponat

Pulvermischdose, erworben 8/2017 am Hafen in Innsbruck.

Hersteller: Fa. Hermann Steinbuch vormals F. A. Wolff & Söhne, Wien-Budapest: Fabrik für Apothekenstandgefässe sowie für alle pharmazeutischen, chemischen, physikalischen Apparate und Utensilien.

Herkunft: Landpraxis von Dr. Armin ZUMTOBEL in Stumm/Zillertal, möglicherweise aus den Besitz seines Vaters, der im gleichen Ort Arzt war.