Antike


Löffelsonde

 

"Bei der Löffelsonde handelt es sich um ein Mehrzweckinstrument, das nicht nur in der Heilkunde Anwendung gefunden hat. Der eigentliche Löffel ist schlank und schmal, die Form entweder halbrund oder V-förmig. Die andere Seite kann zum Beispiel eine Nadel sein, die zum Ertasten von Fremdkörpern genutzt werden kann, aber auch olivenartige Verdickungen, die beispielsweise zum Ausbrennen von Wunden verwendet werden konnten. Zwischen den beiden Enden befindet sich ein mehr oder weniger langer schmaler Griff, dessen Übergänge verziert gewesen sein konnten.
Im einfachsten Fall konnte die Löffelsonde verwendet werden um Heilmittel zu dosieren, zu mischen und zu verabreichen. Sie fand auch ihren Einsatz in der Kosmetik, wo Kosmetika gemischt und aufgetragen wurden. In der Heilkunde wurde die Löffelsonde auch viel zum Reinigen und Säubern von Wunden und zum Auskratzen von Fisteln eingesetzt. Noch heute ist die Löffelsonde bei den Ärzten im Einsatz, wird dann aber als Scharfer Löffel oder Kürette angesprochen"
(zit. http://www.antike-heilkunde.de/).

Gelegentlich waren Instrumenten-etui und Medikamentenschachtel zu einem polyvalenten Kästchen aus Blei oder Bronze kombiniert (lat.: pecillotheca). In seinem Reiseköfferchen nahm der römische Arzt ein Vielzahl ebenfalls polyvalenter Instrumente mit sich, aber auch Heilmittel - oft war er zugleich Apotheker.

Die Behältnisse von Arzneimitteln waren vielfach aus Blei hergestellt, da man dessen Toxizität nicht erkannt hatte. Andere waren aus Holz. Viele Medikamente waren in Form von Kollyren konditioniert, Stangen, von denen man Scheiben abschneiden konnte (die Vorläufer unserer Tabletten). Andere Arzneien wurden in Körner- oder Pillenform dargeboten.

Zur römischen Pharmakologie sind sog. Salbenreib- kästchen zu zählen, eine Kombination von Medikamentenkästchen und Reibplatte (Porphyr, Schiefer, Marmor), manchmal mit Hülse für pharmazeutische Geräte.

Die auf der Platte angerührten Salben brachte der Arzt mit kunstvoll verzierten Spateln auf die Wunde auf, deren Ausdehnung er zuvor mit dem knopfartig aufgetriebenen andern Ende exploriert hatte...

Fundort der vorgestellten Löffelsonde (lat.: cyathiscomela) unbekannt.
Länge ü.a. 114 mm
Länge des Blattes 43 mm
Max. Breite 14 mm.