Chirurgie


Schröpfköpfe (6)

um 1900 

 

      In der Hebammenschule Pfaffenthal wurde der Gebrauch der Saugglocken den Schülerinnen noch um 1900 mit allen Details gelehrt. So lesen wir im Schulheft der Margarethe WEYDERT von 1897:

     "Zu einem Schröpfapparat gehören
     a) der Schröpfschnepper mit 16 kleinen scharfen Messerchen
     b) die 12 Schröpfköpfe aus Messing oder Glas,
     c) die Schröpflampe" 
[der Brenner, mit dem die Luft in der Glocke erhitzt wurde].

 

Ausgestellt sind mehrere Sorten von Saugglocken:


a) eine seltene, 65 mm hohe Glocke "Eclair, Breveté SCDG"mit zwei seitlichen Vertiefungen (Zweck unbekannt)

b) eine 7o mm hohe Glocke mit geschliffenem Boden, daneben eine seltene, nur 43 mm hohe Glocke, die man einem Kinde applizieren konnte bzw. auf unebene Hautpartien aufsetzen konnte wie z.B. die Schläfe.

c) Glocke mit kugelförmigem Griff ("cloche à bouton"); Höhe 73 mm

d) während bei den vorgenannten Glocken das Vakuum dadurch geschaffen wurde, dass der Bader resp. Arzt-Chirurg die Luft im Innenraum mit einem Kienspan erhitzte und die Glocke sich an die Haut festsog, wenn die Luft abkühlte, entwickelte man im 19. Jahrhundert Glocken, die kalt, d.h. ohne Feuer auf die Haut gesetzt werden konnten, indem man das Vakuum dadurch schuf, dass man die Luft mittels Handpumpe abzog. Das hier vorgestellte Modell "La TENON" mit seinem Ventil gehört zu einem derartigen Besteck.