HNO


Mundspatel

Spatel aus Metall 

Der hintere Abschnitt der Mundhöhle, die Rachenenge, wird seitlich durch die Gaumenbögen begrenzt. Das Dach der Mundhöhle wird vom Gaumen gebildet, die vorderen drei Viertel des Gaumens sind knöchern und unbeweglich (harter Gaumen) und das hintere Viertel ist muskulös (weicher Gaumen) und endet mit dem Zäpfchen (Uvula). Der weiche, muskulöse Gaumen ist beweglich und schließt beim Schlucken die Mundhöhle gegen die Nasenhöhle ab. Die Muskeln des weichen Gaumens bilden die beiden Gaumenbögen, einen vorderen und einen hinteren, zwischen denen die Gaumenmandel-nische (Fossa tonsillaris) liegt. In diesen Nischen befinden sich beidseitig die Gaumenmandeln (Tonsillae palatinae).

Charakteristisch ist der feingewebliche Aufbau der Gaumenmandeln aus lymphatischem Gewebe und Einsenkungen (Krypten) auf der Oberfläche, welche von Schleimhaut überzogen sind. Unter dieser Schleimhaut-oberfläche liegt das Abwehrgewebe. Es ist in miteinander verbundenen Abwehrreaktionszentren (so genannte Sekundärfollikel) organisiert. Die Gaumenmandelkrypten enthalten (verstärkt bei Krankheitszuständen) abgestorbene Oberflächenzellen, vermischt mit Bakterien. Diese Zerfallsmasse wird als Detritus bezeichnet und kann bei chronisch entzündeten Gaumenmandeln durch Druck mit dem Mundspatel auf die Gaumenbögen als gelbliche Masse aus den Krypten herausgepresst werden. Meist genügt es, die Zunge mit einem Mundspatel aus (splitterfreiem) Holz niederzudrücken, um den Rachen zu inspizieren. Damit wir nicht auf Splittern herumlutschen müssen, verwenden deutsche Fabrikanten dabei meistens das elastische Buchenholz. Ein Vorteil der Buche ist auch ihre Geschmacksneutralität … kein störendes Kiefern-aroma.

Bei mehr oder weniger sterilen Eingriffen in der Mundhöhle ist der Holzspatel nicht mehr sinnvoll. Dann kommt die Variante aus Metall zum Einsatz. Der hier vorgestellte, 21 cm lange „Doppelte Spatel“ aus vernickeltem Metall konnte sowohl zum Komprimieren der Zunge als auch als Salbenspatel eingesetzt werden. (Auflösungsmasse Fa. Moitzheim/Luxemburg; Fundus Hary).