Urologie


Sonde n. GELY, um 1900

 

Man sondierte die Blase bei Harnröhren- verengung, bei Prostatahyperplasie, Inkontinenz oder Harnverhaltung. Stets musste auf peinliche Sterilität geachtet werden. Daher die Auswahl des Materials:
- Kautschuk, das man auskochen konnte,
- Metall (Silber), das man sterilisieren konnte.

Das Einführen der männlichen Sonde war eine kniffliche Angelegenheit: der Penis musste steil nach oben gehalten werden, die Sonde dann vorsichtig eingeführt und um die Krümmung der Symphyse geführt werden, bevor sie in die Blase mündete. Um das Hindernis, welches immer von unten oder von den Seiten in die Harnröhre hineinragt, auszuweichen, entwickelte Jules Aristide GELY aus Nantes den stark gebogenen Katheter, der, infolge seiner Konstruktion, der oberen sprich vorderen Wand der Harnröhre folgen muss.

Lit.:
Chazy Du Bouetiez, Noëlle, Le Chirurgien nantais Jules Aristide Gely et la vie hospitalière nantaise de 1806/1861, Nantes, 1981 (thèse de doctorat).


Vorgestellt wird ein "männlicher" Katheter n. GELY aus Silberblech mit der charakteristischen Krümmung (Halbkreis mit 10-13 cm Durchmesser).