Chirurgie


Schröpfköpfe (1)

Ventouse arabe

Zwei gläserne Schröpfköpfe

 

     

     

   Schon in der Antike kannte man Saugglocken - auf mehreren griechischen und römischen Reliefs sind die "cucurbiculae" abgebildet. Es gab den Eingriff in zwei Varianten:

- beim blutigen "nassen" Schröpfen wurde die Haut eingeritzt, dann die Saugglocke darübergesetzt, um Blut aus der Hautwunde zu ziehen
- bei der unblutigen "trocknen" Variante war nur eine Hyperämie unter der Saugglocke erwünscht. Das Blut des Körpers sollte zu dieser Stelle "abgelenkt" werden.

 

Ein römisches Exemplar aus Bronzeblech wird in unserer Sammlung in der Rubrik "Antike Medizin" vorgestellt. Daneben gab es sie in Horn, in Holz und in Glas.

 

Während die "griechisch-römische" Glocke mittels Flamme auf die Haut fixiert wurde, zogen die vorderorientalischen Chirurgen das Ansaugen der Glocken mit dem Munde vor. Zu diesem Zwecke verfügten die Glocken über einen - unterhalb des Randes inserierenden - Saugstutzens.

Mehrere Museen (Kairo, Louvre) sowie mehrere Privatsammlungen kennen diese Art von Gläsern, die vom 7.-13. Jahrhundert hergestellt wurden und ein schöner Beleg für die hochstehende islamische Heilkunde sind ...

 

 

Vorgestellt werden 2 Glasglocken aus grünem, leicht irisierendem Glas:

- grosse Glocke (links i. Bild):  H 5.6 cm; Durchmesser 5.0 cm.

- kleine Glocke (rechts i. Bild): H 4.0 cm; Durchmesser 3.9 cm. 

 Bei beiden Glocken ist der ursprünglich etwa 10 cm lange Ansaugstutzen gebrochen und misst nur noch 2.5 cm (grosse Glocke), resp. 3.0 cm (kleine Glocke).