Chirurgie


Schröpfköpfe (11) n. HEURTELOUP

Heurteloup

Künstlicher Blutegel, 1840

Künstlicher Blutegel n. Heurteloup, "welcher aus zwei voneinander unabhängigen Instrumenten besteht, nämlich aus einem Locheisen, welches durch das schnelle Abrollen einer um den Stiel desselben gewickelten Schnur mit großer Geschwindigkeit rotiert wird und dadurch eine ringförmige, stark blutende Hautwunde erzeugt, und aus einem Glascylinder, in welchem vermittelst eines Eisenstabes ein gut schließender Stempel auf und ab bewegt werden kann. Hat man die Haut mit dem Locheisen verwundet, so setzt man den Glascylinder auf und macht ihn durch Emporziehen des Stempels relativ luftleer, wodurch das Blut aus der ganzen Wundfläche herausgetrieben wird. Besonders häufig wird der künstliche Blutegel wegen seiner bequemen Handhabung und der genauern Bemessung der zu entziehenden Blutmenge von den Augenärzten benutzt" (Meyers Konversations-Lexikon, 1888).

 

Herkunft: Bayerisch Gmain, Berchtesgadener Land/Deutschland.

 

Hersteller: Fa. Hermann Katsch/München, 1865 gegründet.

 

Vertrieb: Instrumentenfabrik von J. Thamm/ Charitéstr. 4, Berlin resp. Karlstr.14