Geburtshilfe


Aortenkompressorium (1)

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Zunächst für den Hebammenkoffer entwickelte Paul RISSMANN (1867-1932)  1915 ein einfaches Kompressorium aus Holz. Es besteht aus einem etwa handgroßen, kräftigen Brettchen mit einem in die geschlossene Faust zu nehmenden Handgriff, das nach unten eine Aussparung für die Wirbelsäule besitzt. Die Aussparung ist mit Leder belegt, um Verletzungen der Frau zu vermeiden. Die Sammlung umfasst zwei Kompressorien ähnlicher Konstruktion.

 


Dieses einfache, aber wirkungsvolle Instrument wurde oberhalb des Promontoriums in die Bauchdecken eingedrückt und komprimierte so die Aorta. Da die Hebamme bei der Geburt praktisch immer alleine war, konnte das Kompressorium nach entsprechender Anleitung auch anwesenden Angehörigen in die Hand gedrückt werden. Aufgrund der Einfachheit der Konstruktion konnte dieses Instrument von jedem Tischler oder Sattler angefertigt werden und passte mit seiner geringen Größe in jede Hebammentasche.

 



Nachdem 1920 und 1923 [siehe Kompressorium (2)] sogenannte maschinelle Kompressorien entwickelt worden waren, wies Rissmann darauf hin, dass diese nicht immer die Aorta träfen und schon wegen des hohen Preises den praktischen Ärzten und Hebammen nicht empfohlen werden könnten.