Gynäkologie


Keuschheitsgürtel (1)

 

Der Legende zufolge zogen die Kreuzfahrer erst nach sorgfältigem Verschluss des "Allerheiligsten" ihrer Gemahlinnen in den Orient, steckten den Schlüssel des Keuschheitsgürtels ein oder hinterliessen ihn einem "guten Freund" - für den Fall wo sie unterwegs ums Leben kämen und die Frau sich neu zu vermählen wünschte. Man führt sogar den Namen eines Erfinders - allerdings aus dem 14. Jahrhundert - an: Francesco II de Carrara, letzter Graf von Padua. Alles Märchen! Es gab keine derartigen Gürtel, zumindest nicht im Mittelalter.
Neben seinem ursprünglichen Zweck, Vergewaltigungen zu vermeiden, kam im 18. Jahrhundert die Verhütung der Masturbation hinzu, besonders, nachdem der schweizer Arzt Simon-Auguste-André-David TISSOT (1728-1797) 1760 sein Buch "Traité sur l'Onanisme qui donne des remèdes pour vaincre les tentaions, Lausanne" herausgegeben hatte.

Die beiden auf den hier vorgestellten Ansichtskarten vorgestellten Gürtel sind im Museum von Cluny ausgestellt - ein seit 1846 im British Museum ausgestellter Gürtel "girdle of chastity" wurde kürzlich aus der Vitrine "Mittelalter" entfernt. Auch die beiden Exponate aus Cluny entpuppten sich mittlerweile als Fälschung des 19. Jahrhunderts:

  • der Gurt, den Henri II seiner Gemahling Cathérine de Médicis anlegen liess,
  • ein Gurt aus dem 16. Jahrhundert, aus Damaszener Stahl, mit Intarsien, die Adam und Eva darstellen.

    Man geht heute davon aus, dass die "mittelalterlichen" Gürtel entweder Produkte der Phantasie sind oder Reste mittelalterlicher Sexspiele darstellen... Einer anderen Tradition zufolge wurde der Keuschheitsgürtel von den Dogen Venedigs erfunden, um fällige Steuerschulden bei Prostituierten wirksam eintreiben zu können - Männerphantasmen...




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Keuschheitsgürtel (2)

 

Masturbation galt seit der 1712 anonym erschienen Arbeit "Onania" des englischen Chirurgen John MARTEN, spätestens aber seit der 1760 erschienenen Schrift des Schweitzer Arztes Samuel André TISSOT (1728-1797) „Onanis- mus oder eine Abhandlung über Krankheiten, die durch Masturbation entstehen" als ein medizinisches Problem: sie war (mit-) verantwortlich für Blindheit, Tuberkulose, Rücken- marksschwund etc. Nichts lag daher näher, als auch die Lösung des Problemes bei den Ärzten zu suchen.

1825 wandte sich der Arzt LOUSIER aus Vendôme an seinen Studienfreund BURDIN, der in Paris lebte und sich bereit erklärte, Erkundigungen einzuziehen über die zur Zeit gängigen Keuschheitsgürtel. Am 11.3.1825 antwortete BURDIN (Exponat):
"Tu désires avoir une ceinture pudique pour une jeune fille de 9 ans; je me suis addressé pour cela à Mr. Lafond qui est un des premiers faiseurs, comme tu sais, et je ne suis pas content de leur invention. Cet appareil consiste en un corcet en toile grise et forte qui se lasse par derrier, et auquel se trouve joint un bout de calçon; à ce corcet se trouve adapté une plaque de métal au milieu de la quelle se remarque une vulve saillante et percée en arrosoir; dans d'autres, au lieu de la saillie en arrosoir il y a une plaque qui s'ouvre au moyen d'une clef. Il fait payer cela depuis 250 fr. jusqu'à 500 fr, et encore il faut lui amener l'enfant pendant huit jours au moins sans quoi il ne répond pas que ce bandage aille bien et ne blesse pas, si on ne fait que lui envoyer des mesures.
Je ne suis pas très partisan de cette espèce d'appareil; je pense qu'une bonne camisole peut remplir le même objet; en ayant soin que la double manche soit assez courte pour que les poignets ne puissent pas descendre jusque sur le pubis; ce simple corcet qui n'effraye pas beaucoup l'enfant suffit, surtout quand on a soin de les coucher très tard et de les faire lever de grand matin, et de ne pas les laisser seuls".

  • Guillaume Jalade-Lafond war Direktor eines Orthopädischen Institutes in Chaillot, das sich auf die Herstellung von orthopädischen Gerätschaften spezialisiert hatte. 1819 schrieb er: "Considerations sur la confection des corsets et de ceintures propres à s'opposer à la pernicieuse habitude de l'onanisme" - um diese Gürtel ging es in dem hier vorgestellten Brief...
  • E.E. LOUSIER (1770-1849) promovierte 1802 mit einer Arbeit über das Stillen "Dissertation anatomique et physiologique sur la secrétion du lait".
  • Jean-Claude BURDIN (1777-1858) aus Lyon war Soldat in den Italien-und Hollandfeldzügen. 1803 Promotion in Paris mit einer "Dissertation sur la phthisie pulmonaire : précédée de quelques considérations générales sur les maladies de poitrine". Er wurde Militärchirurg und Mitglied der Académie de médecine, stiftete einen Preis von 3.000 Francs, um das Phaenomen des Magnetismus abzuklären - ein Preis der nie vergeben wurde!

    Nach ihrer gemeinsamen Studienzeit aber trennten sich die Wege der beiden Mediziner : BURDIN machte Karriere in Paris, während es LOUSIER in das ferne Vendôme zog - zu den masturbierenden Kindern...

    Hundert Jahre später machte ein Theaterstück Furore:
    "Luxemburg, 19. März. Unliebsame Ausländer. Auf Anordnung der Regierung wurde eine belgische Schauspielertruppe, die am Samstagabend im "Pôle Nord" eine der verrufensten Possen, die "Ceinture de chasteté" aufführen sollte, an der belgischen Grenze bei ihrer beabsichtigten Einreise am Samstag nachmittag zurückgewiesen" (Luxemburger Wort vom 19.3.1923).
    Am Nachmittag waren in der Hauptstadt die Zugänge zum "Pôle Nord" sowie alle Strassen längs der belgischen Grenze von Gendarmen bewacht worden. Die liberale Presse erging sich in wüsten Beschimpfungen an die Adresse der Rechtspartei und der Regierung und sprach von "fortschreitender Verklerikalisierung" - es gab gar eine Interpellation im Abgeordnetenhaus...




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Kürette (1)

Uterusküretten, um 1950 

1732 wurde in England der erste nachweisliche Versuch unternommen, eine Schwangerschaft mittels "curette" zu beenden (Professor Joseph W. Dellapenna). Doch hat erst der Franzose RECAMIER die Küretten wirklich in unser Fach eingeführt.

Joseph-Claude-Anthelme RECAMIER *6.11.1774 in Cressin, Gemeinde von Rochefort bei Belley, département Ain, als Sohn eines Notars, Enkel des Arztes GROSSI, der Erster Arzt von Karl-Emmanuel König von Sardinien gewesen war. Grundausbildung durch einen Bruder des Vaters, der Pfarrer in Villebois war, dann Studien am Collège des Joséphistes in Belley. 1792 begann er Medizin am Hospital von Belley zu studieren, wechselte dann an das Hospital von Bourg, wo er Kollege von Xavier BICHAT wurde.

Nicht zu verwechseln mit Mme Récamier, née Julie Bernard, die am 3.12.1777 in Lyon zur Welt kam, und 1793 den Pariser Banquier Récamier heiratete. Sie avancierte, Dank ihrer Schönheit und ihres Geistes, zur "Königin" der Pariser Salons. Sie war die Angebetete angesehener Männer wie Lucien Bonaparte und Bernadotte, starb am 11.5.1849 in Paris ... an Cholera.

1800 wurde er "médecin suppléant", am 10.12.1806 "médecin ordinaire" am Hôtel-Dieu in Paris. Hier freundete er sich mit LARREY an und avancierte zum Professor. Er zeichnete sich durch bsonderen Mut aus, wenn es um Neuerungen in der Gynaekologie ging:

- er griff das in Vergessenheit geratene vaginale Spekulum wieder auf,

- 1829 wagte er, wenige Jahre nach dem Schweizer Johann SAUTER (1766-1840), der 1822 erstmals diesen Eingriff beschrieb, eine "colpo-hysterectomia vaginalis" bei Kollumkarzinom

- als erster führte er die Kolpotomie durch zum Drainieren von Douglasabszessen.

- 1846 erfand er die Ausschabung (eine Methode, die schon LAIR angegen hatte - siehe Sonden). Die Zeit war reif für derartige Eingriffe, zumal auch in England J.Y. SIMPSON 1843 eine uterine Sonde entwickelt hatte. Die Methode der Curettafe wurde von der Fachwelt als "roh" eingestuft und fand nur sehr schleppend Eingang in das diagnostische Arsenal der Kollegen.

RECAMIER starb in Paris in der Nacht vom 28/29.6.1852 an "apoplexie pulmonaire".

 

 

Exponate

Seit RECAMIER in Paris die erste Gebärmutterauskratzung vorgenommen hat, sind unzählige Modelle von Küretten vorgeschlagen worden, die zumeist aus Metall (Stahl oder Silber) hergestellt werden. Hier eine Auswahl:

a= nach OLSHAUSEN (ein Satz dieser Machart befand sich auch in dem Besteckkasten des Haller Arztes (Flohmarkt Hafen/ Innsbruck 9/2018)

b= nach RECAMIER

c= nach MARTIN

d= ein Griff, 6 Küretten, ohne Namen

e= moderne Saugkürette.





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Kürette (2): Saug- spülkürette

Übersichts- und Detailaufnahme, um 1900 

 

 

Die Kürette wurde zuerst in Frankreich, dann auch in England benutzt – die Deutschen taten sich schwer mit dem Instrument. Erst OHLSHAUSEN benutzte sie und publizierte 1875 seine Erfahrungen mit der SIMS’schen Kürette:
„Als ich das erste Mal dieses Verfahren anwandte, tat ich es, wie ich nicht leugnen will, mit einiger Furcht und dementsprechend zaghaft. Es war mir genugsam bekannt, dass die deutschen Schriftsteller, wo sie RECAMIER’s Kürette erwähnten, nur mit Spott oder scharfem Tadel dieser anscheinend rohn Verfahrungsweise gedenken; und roh und gewagt kam auch mir das Verfahren vor. Jetzt bin ich schon von der absoluten Notwendikgeit, in den in Rede stehenden Fällen die Kürette zu gebrauchen, ebensosehr überzeugt, als von der Geringfügigkeit des Eingriffes, und bin dazu durch die Erfahrung berechtigt“.

 

 

THOMAS, AUVARD, RHEINSTAEDTER und DONALD gaben Küretten an, mit denen man die Gebärmutterhöhle nicht nur auskratzen sondern auch ausspülen konnte, die „curettes irrigatrices“, die teil stumpf, teils scharf waren. KOCHER und HOLBROOK gaben auswechselbare, scharfe Kürtetten an, die auf einen gemeinsamen Griff aufgeschraubt wurden – ein platzsparendes Verfahren, das wir auch von andern Bestecken her kennen.

 

 

Exponat

Die hier vorgestellte 31.5 cm lange Saug-Kürette mit 2.5 cm langer, 0.5 cm breiter Öffnung, stammt aus dem ausgemusterten Fundus der Differdinger Klinik (Fundus Hary). Keine Firmenangabe




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Laminariastift (1)

Stift, um 1950

 

 

    "Spongiae, Schwämme; S. ceratae, Wachsschwämme, mit geschmolzenem gelben Wachs getränkte und scharf ausgedrückte Schwämme; S. compressae, Preßschwämme, durch Umschnüren mit Bindfaden stark komprimierte Schwämme, werden wie die vorigen ihres Quellungsvermögens halber zu unblutigen Erweiterungen, namentlich des Uteruskanals und des Muttermundes, benutzt, in neuerer Zeit aber meist durch Laminaria digitata ersetzt" (Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888-1890).

 

 

Ab etwa 1875 erfolgte die Erweiterung des Zervixkanals nur noch in Ausnahmefällen mittels Schwämmen, sondern durch LAMINARIA-Stifte.  Siehe dazu: Bernhard Siegmund SCHULTZE, Die Erweiterung des Uterus durch Laminaria digitata, Zentralbl. f. Gyn. 1878. Nr. 7.

 

 

Wie wurden die Stifte sterilisiert? Wilhelm MARESCH aus Graz legte durchlöcherte Laminariastifte für 24 Stunden in offizinelle Jodlösung und bewahrte sie bis zu ihrer Verwendung in Aether auf (Zbl.Gyn. 1910 nr. 36 S. 1208). „In vorantiseptischer Zeit waren diese Mittel recht gefährlich, häufig wurden mit ihnen eitererregende Mikroben eingeführt, sei es von außen, sei es aus der Vagina. Weiter schlössen ihre früher geübten Anwendungsmethoden das Entstehen kleinster Verletzungen, Epithel- abschürfungen des Cervixkanals, des Uteruscavums nicht mit Sicherheit aus. Diese Wunden wurden, solange der Quellmeißel lag, infiziert, schwere septische Metritis, Salpingitis, Peritonitis waren gelegentlich die Folge. Mit strenger Einhaltung verläßlicher antiseptischer Maßregeln kann man die Gefahr der Laminariadilatation auf ein Minimum herunterdrücken; und das ist von kardinaler Bedeutung, denn die Laminariadilatation ist diejenige Methode, vermittelst deren wir uns das Uterusinnere am besten und sichersten erschließen. Die besten Vorschriften für die Laminariadilatation lehnen sich eng an die SCHULTZEschen an. Man reinigt mit Seife und Bürste die Vulva gründlich und. spült die Vagina mit Sublimatlösung oder Lysol aus. Darauf nimmt man einen in steriler Watte oder in 10-proz. Jodoformäther oder in 1-proz. Sublimatalkohol aufbewahrten Laminariastift von derjenigen Stärke, welche der Cervix entspricht und welche man vorher durch graduierte Sonden (Seite 521) eruiert hat, wirft ihn auf 2 Minuten in kochende Karbol- oder Sublimatlösung, entnimmt ihn derselben mittels steriler Zange, faßt ihn mit sterilem Tuch und gibt ihm diejenige Biegung, welche, wie ebenfalls die Sonde festgestellt hat, der Uterus besitzt. Dann schabt man vorteilhaft mit sterilem Messer die Rauhigkeiten von der Oberfläche des Stiftes weg und wischt ihn nochmals mit einer starken Sublimatlösung ab. Die Laminariastifte sind aus den Blattstielen des Fingertangs (Laminaria digitata) gefertigt. Ihre Porosität bedingt auf der einen Seite ihr geschätztes Quellungsvermögen, erschwert aber andererseits ihre Keimfreigestaltung. Und dieser Umstand ist es, welcher sie ersatzbedürftig erscheinen ließ. Dilatatoren anderer Art sind konische oder cylindrische gekrümmte Stäbe aus Metall, Glas oder Hartkautschuk, welche man, mit dünnen beginnend, zu dickeren übergehend, nacheinander in einer Sitzung in den Uterus einschiebt, ferner metallene Dilatatoren nach dem Prinzip des Handschuhausweiters konstruiert.“ (Otto KÜSTNER, Diagnostische Methoden, 1910).

 

Von dem ähnlichen Palmtang unterscheidet der Fingertang sich in der Form des Stieles: Beim Palmtang ist er lang, rauh, fest und im Querschnitt rund, beim Fingertang ist er kurz (etwa 10 cm), glatt, biegsam und im Querschnitt oval. “Laminaria was brought forward as a substitute for sponge tents for the dilatation of such parts as the uterine os, urethra, etc. Being of smaller size, and of greater rigidity, they are more easily introduced into small apertures and tortuous canals than sponge tents, while, on the other hand, their very rigidity renders them more liable to produce hemorrhage when organic changes occur in the uterus, or when such growths as polypi occlude the os. They readily swell to four times their diameter by the ease with which they absorb fluids, and do not so retain the discharges as to induce putrefactive changes. If greater dilatation is desired than is produced by a single tent, several may be fastened together. Sea tangle tents are considered less eligible than the rubber bag, or the sponge tents, for inducing premature births” (Kings American Dispensatory, by Harvey Wickes Felter, M.D., and John Uri Lloyd, Phr. M., Ph. D., 1898).

 

Die Laminariastifte waren also die Nachfolger von Schwämmen. Sie waren um 1900 durchaus "in", und wurden dann aus den gynäkologischen Abteilungen verbannt (der Autor hat persönlich nie ein solches benutzt !) - Perforationen, Angst vor aufsteigenden Entzündungen, Langsamkeit der Methode : eine ganze Reihe von Motiven war für das Verlassen der Methode verantwortlich. In letzter Zeit aber häufen sich Berichte über den erfolgreichen Einsatz der Stifte sowohl bei der Vorbereitung kleiner Eingriffe (z.B. IUD-Wechsel) als auch bei der Geburtseinleitung - Totgeglaubte leben eben länger...

 

Exponat

Stift im Originalglas mit Originalverpackung. Hersteller: Fabbrica Nazionale di Medicazione Antisettica Dionigi Ghisio & Figli - Pavia, (1936-1972).

 

 

Neuere Literatur

Manabe, Y.: Laminaria tent for gradual and safe cervical dilation, in: Am J Obstet Gynecol 110:743-745, 1971.
Newton, B.W.: Laminaria tent: relic of the past or modern medical device?, in: Trans Pac Coast Obstet Gynecol Soc. 1971;39(0):10-6.
Newton, B.W.: Laminaria tent: relic of the past or modern medical device?, in: Am.J.Obst.Gynecol 1972;113:442-448
Hale, R.W., Pion, R.J.: Laminaria: an underutilized clinical adjunct, in: Clin Obstet Gynecol 15:829-850, 1972.
Eaton, E.J.: Laminaria tent as a cervical dilator prior to aspiration-type therapeutic abortion, in: Obstet Gynecol 38L553-557, 1972.
Niswander, K.R..: Laminaria tents as an aid to suction abortion, in: Calif Med 119:11-14, 1973.
Golditch, C.M., Glasser, M.H.: Use of laminaria tents for cervical dilatation prior to vacuum aspiration abortion, in: Am J Obstet Gynecol 119:481-485, 1974.

 

Lieferadresse von modernen Stiften: http://www.medgyn.com/laminaria.asp




 

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Laminariastift (2)

 

 

 "Laminariastifte wurden in der Wiener Instrumentensammlung bedauerlicherweise nicht einmal zu Demonstrationszwecken aufbewahrt" (A. Schaller, Instrumentarium obstetricium Viennense, Verlag Maudrich 2002 S. 99). Umsomehr freut es mich, Ihnen zwei Stifte vorzeigen zu können...     

 

Stift der Fa. Braun, Melsungen.

 

Kurze Firmengeschichte

- 1839: Am 23. Juni erwirbt Julius Wilhelm Braun die Rosen- Apotheke in Melsungen und erweitert sie um einen Versandhandel für heimische Kräuter.
- 1864: Bernhard Braun, ältester Sohn Julius Wilhelm Brauns, übernimmt die Apotheke. Er beginnt mit der Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse wie Migränestifte oder Pflaster.
- 1867: Das Unternehmen wird untergliedert in Abteilung A (Apotheke) und Abteilung B (Pharmazeutische Erzeugnisse). Bernhard Braun lässt die Firma als B. Braun in das Handelsregister eintragen.
- 1900: Carl Braun (1869 bis 1929) übernimmt die Firma von seinem Vater.
- 1908: Erste Produktion von resorbierbarem Nahtmaterial (Katgut) aus Hammeldärmen nach Kuhn.
- 1914: Die neugebildete medico-mechanische Werkstatt stellt erstmals Schienen für die Chirurgie, einfache Extensionen und Blutdruckmessapparate her.
- 1930: Entwicklung der modifizierten Tyrodelösung Sterofundin®, der Basis für alle späteren Infusionslösungen.
- 1935: Beginn der Produktion von Synthofil A , einem unresorbierbaren synthetischen Nahtmaterial.
- 1937: Dr. Bernd Braun, jüngster Sohn Carl Brauns, tritt als wissenschaftlicher Leiter in das Unternehmen ein.
- 1949: Supramid-Braun, ein chirurgisches Nahtmaterial auf Nylonbasis, wird entwickelt.



Etikette

Laminariastift
steril voll
8 cm l[änge] 5 mm Durchm[esser]
B. Braun, Melsungen.

 

Ein identisches Exemplar ist im Besitz der Powerhouse Museum Collection in Sydney/Australien. Nach dortigen Recherchen wurde das Produkt zwischen 1930 und 1945 hergestellt.

 

Gynäkologie


Modell der inneren Sexualorgane

 

Modelle des menschlichen Körpers - Gipsmodelle, Wachspräparate - zählen zu den "artificialia", den Kunstobjekten: sie vermitteln nicht ganz das schaurige "Etwas" wie die "Naturalia" - Skelette, Plastinate oder Feuchtpräparate. Dennoch geht von ihnen eine schwer zu verstehende Faszination aus ...

Berühmtestes Modell des 20. Jahrhunderts wurde der "Durchsichtige Mensch", der für die "Zweite internationale Hygiene-Ausstellung" geschaffen wurde, die am 5. Mai 1930 in Dresden eröffnet wurde - der nachgebildete Körper eines Mannes. Das Volk gab der Figur den Namen "gläserner Mensch".
Stehend beeindruckt er die Besucher, er erscheint so naturgetreu, dass die Frage aufkam, wer Modell stand. Ein anonymer Unfalltoter, den niemand vermisste?

1935 folgte die Ausstellung einer ersten "gläsernen Frau" - ab 1936 wurde sie als Mannequin an eine US-amerikanische Miederwarenfabrik verkauft und ging schliesslich in den Besitz des New Yorker "Museum of Sciences". Kurze Zeit später ging sie auf eine jahrelange internationale Wanderschaft.

Die gleiche Reaktion erfolgte 1950, als in Köln ein neues weibliches Pendant des "gläsernen Menschen" vorgestellt wurde. Das Publikum fragte unwillkürlich, wer Modell gestanden hatte. Man munkelte, es sei eine junge Flüchtlingsfrau aus dem Osten gewesen, ein Waisin, die ihre Eltern kurz vor Kriegsende verloren hatte ...
Interessant erscheint der Wandel in der Phantasie des Publikums: hatte man 1935 noch von einem Toten gesprochen als Modell, so war es 1950 eine lebende Person, die Modell gestanden war, nur der familiäre Hintergrund wurde als Riss in der Biographie ersonnen: das Publikum erlebte auf seine Art die Figuren als Dissektion: waren früher Leichname zerlegt und vorgeführt worden, so war es nun eine Biographie ...

Modelle des Augens, des Herzens sind häufig - und nie anstössig. Wie aber steht es mit Nachbildungen von intimen Teilen? Angesichts des vorgestellten Modells ist die Frage erlaubt: wer stand Modell?

Waren die Organe des "gläsernen Menschen" noch durch eine gläserne Haut vor dem Zugriff geschützt, entfällt diese Barriere bei dem hier vorgestellten Modell. Als man die "gläserne Frau" vor einigen Jahren in Lybien austellte, forderten die Auftraggeber, die Brust und die Geschlechtsorgane abzudecken resp. zu schwärzen - die Realität des Bildes! Nacktheit als Tabu in einem islamistischen Land! Auch handelsübliche Modelle werden oft als "geschlechtsloser Klassik-Torso" angeboten (Fa. Mörfi, Österreich). Das von der deutschen Fa. "Lawinsky, Anatomie World" in den Handel gebrachte Modell "Anatomie Lehrmodell Gebärmutter mit Eierstöcken" verzichtet auf die Darstellung der Scheide

So hoffen wir, dass unser nacktes Genitale mitsamt seinem durch ein Hymen eingeengten Scheidenrohr nur Diskussionsobjekt wird, und nicht zu Phantasmen und wilden Spekulationen führen wird - weder was die Identität des Modells, noch was die Funktion der gezeigten Organe angeht ...

Nota: die hier vorgestellte, mit ihren 14x14x10 cm knapp lebensgrosse Darstellung des inneren weiblichen Genitale aus "papier mâché" stellt die Scheide äusserst rudimentär dar: in Wirklichkeit ist dieses Organ kein starres Rohr, sondern in dorso-ventraler Achse abgeflacht, an seinem äusseren Ende enger, im mittleren weiter und insgesamt leicht concav nach innen oben gebogen.
Fehlen einer Herstellermarke. Modell wohl in den 30er Jahren für Unterrichtszwecke (Schwesternschule, Uni?) entstanden.




Gynäkologie


OP-Tisch

Clinique et Maternité St. Rembert, Torhout/B, um 1950 

 

Operative Gynaekologie

 

 




 

 

Gynäkologie


Ovariotomie-Trocar

n. KOEBERLE um 1900 

Die ersten intraabdominalen Eingriffe ähnelten tiermedizinischen Eingriffen - blind wurden als erstes die manchmal riesigen Ovarialkystome punktiert, Aussackungen des Eierstockes mit serösem Inhalt, die in extremen Situationen 20 Kilo und mehr wiegen können und durchaus eine heroische Therapie rechtfertigten.

Der aus dem Elsass stammende Chirurg Eugène KOEBERLE (1828-1915) - in seiner Freizeit widmete er sich der Archäologie und erforschte die ihm gehörende Schlossanlage "Lützelburg" sowie den Mont Saint-Odile - galt als exzellenter Operateur; ab 1854 bekleidete er den Lehrstuhl für Chirurgie an der Universität Strassburg. Als Erstem in Frankreich gelang ihm 1863 eine Hysterectomie...

In seiner Jugend war er bei einem Schmied in die Lehre gegangen - als Chirurg behielt er die Angewohnheit bei, selber Instrumente zu entwerfen und zu schmieden. Unter anderem gab er ein Trocar an zur Ovariotomie (Eröffnung des Eierstockes, nicht zu verwechseln mit der Ovarectomie, der Entfernung dieses Organes) mit einem Aussendurchmesser von 10 mm und einer Länge von 20.5 cm. Im Gegensatz zu den meisten andern Trocaren hatte sein Modell keinen Mandrin, und schnitt sich dank seiner messerscharfen Spitze selber einen Weg in die Tiefe.


Gynäkologie


Pertubations-Besteck n. E. Douay

um 1934 

In Märchen wie Dornröschen oder Rapunzel, aber auch in der Bibel wie z.B. im ersten Buch Mose3 war Unfruchtbarkeit ein Thema. Früher war es gängig, der Frau die Schuld an der Unfruchtbarkeit des Paares zu geben. Woran es im Detail haperte, war belanglos. Die erste Erwähnung des Eileiters wird Herophilos von Chalkedon zugeschrieben, einem griechischen Arzt der um 300 v. Chr. in Alexandria lehrte. Erst der Däne Niels STENSEN alias Nikolaus Stenonius (1638-1686) aber erkannte die physiologische Funktion der Eileiter. Matthew BAILLIE (1761-1823) beschrieb pathologische Veränderungen des Fimbrientrichters. Seither (M. Baillie, The morbid anatomy, 1797) weiss man, dass der Verschluss der Eileiter eine der möglichen Sterilitätsursachen bei der Frau ist. Erst im 20. Jahrhundert aber gelang es, diesen Verschluss zu objektivieren,

Bei dem früher oft mit "Eileiter ausblasen" umschriebenen Test wird ein Gas in die Gebärmutter gepumpt. Ab einem gewissen Druck sollte das Gas über die Eileiter entweichen. Man weiß dann aber nicht, ob beide Eileiter durchgängig sind oder nur einer. Manche halten diesen Test daher für wenig aufschlussreich.

Zur Geschichte des Eingriffes
1910 injizierte Walter Adolf Ernst RINDFLEISCH (1872-1928) erstmals eine wasserlösliche Wismuth-Paste in das Cavum Uteri einer Frau mit Verdacht auf Extrauteringravidität. Im Röntgenbild konnten die entsprechende Tube und die Uterushöhle dargestellt und beurteilt werden.
- Rindfleisch W., Darstellung des cavum uteri, in: Klin Wochenschr 1910; 47:780.

Zusammen mit Joseph GRANCHER (1843-1907) hatte RINDFLEISCH zuvor mittels Injektion auch die Struktur der Lungenalveolen untersucht. 1906 war er Privatdozent, 1907 Professor an der Universität Königsberg, dort unter Geheimrat Ludwig LICHTHEIM (1845-1928) Oberarzt an der mediziinischen Klinik. Ab 1911 lebte er in Dortmund, wo er Oberarzt der Inneren Abteilung am Städtischen Krankenhaus Dortmund und ärztlicher Leiter dieser Klinik war. Er hatte 1906 in Königsberg Marie Frost,eine Tochter der Schriftstellerin Laura Frost geb. Lemmel (1851-1924) geheiratet (Kinder: Gerhard, Lotte, Walter, Lore).


1914 zeigten William Hollenback CARY (1883-) vom Brooklyn-Hospital und Isidor Clinton RUBIN (1883-1954) aus New York City unabhängig voneinander Fälle von Hysterosalpingographie mit kolloidalem Silber mit Kontrastmittelübertritt ins Peritoneum, womit die freie Durchgängigkeit der Tuben überprüft werden konnte. 1919 entwickelte RUBIN am Mt. Sinai-Hospital in New York den nach ihm benannten Test: man bläst Sauerstoff (später arbeitete man vorzugsweise mit Kohlendioxyd) in die Gebärmutter und überprüft die Entwicklung eines Pneumoperitonäums (Blubbern beim Austritt der Gasblasen aus der Tube, mittels Stethoskop gut über dem Unterbauch zu hören) als Zeicher der Tubendurchgängigkeit. RUBIN starb während einer Konferenz in London ...
- Cary, William Hollenback, Note on Determination of Patency of Fallopian Tubes by the Use of Collargol & X-Ray Shadow, First Edition 3pp., in: Amer. J. Obstet. Dis. Wom., 1914, vol. 69, pp.462-64. 8vo, mod. wrs. N.Y., (1914)
- Cary WH, Duration of sperm cell migration in uterine secretions: preliminary report: maximum eighty hours, in: J Am Med Assoc Jun (Vol. 106, Issue 26, Pages 2221-23) (1936).
- Cary WH, Method of obtaining endometrial smears for study of their cellular content. Am. J. Obstet. Gynecol. 46 , pp. 422–424 (1943).
- Cary WH, An unusual example of exstrophy of the bladder with marked separation. -1 case of pregnancy in double uterus terminated by hysterotomy, in: International Journal of Obstetrics & Gynaecology Volume 32 Issue 1, Pages 147 - 181

Ab 1925 arbeitete Carlos HEUSER (1878-1934) aus Buenos Aires mit dem 1902 entwickelten Lipiodol, um das Cavum uteri resp. eine junge Schwangerschaft darzustellen.
- Heuser C. ,Lipiodol in the diagnosis of pregnancy, in: Lancet 1925; 2:1111-1112.
- Case, J.T., Carlos Heuser, 1878-1934, in: The American journal of roentgenology and radium therapy 32 (1934): 242.
- Linton, O.W., Medical applications of x-rays, in: Beam line. Summer (1995): 25-34.
- Parker, W.B., Carlos Heuser, in: In Argentines of to-day. 459-460. Buenos Aires: Hispanic Society of America, 1920.

Mein Lehrer Heinrich WIMHÖFER (1908-1970), Leiter der Frauenklinik an der Universität Freiburg, beschrieb 1942 die "therapeutische" Wirkung der HSG ... In der Tat reicht oft die Durchblasung, um Verklebungen im Eileiter wegzublasen: von 900 sterilen Patientinnen, bei denen eine Pertubation durchgeführt wurde, waren nach 12 Monaten 30% schwanger!
- Wimhöfer, Heinrich: Die therapeutische Wirkung der Hysterosalpingographie, in: Archiv für Gynäkologie 173 (1942), S. 288ff.

Dabei gab es weltweit bis 1947 an die 7 Fälle von Oel-Embolie in die Lunge bei versehentlichem Übertritt des Kontrastmittels in die Blutbahn. Des weiteren entwickelte sich nach dem Eingriff gelegentlich störendes Granulationsgewebe in den Eileitern.
- Hannes Sauramo, Über die an der Oberfläche und in der Nähe der inneren weiblichen Geschlechtsorgane auftretenden Granulomata nach Hysterosalpingographie mittels Jodipin, in: Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica, Volume 25, Issue 4 1946 , pages 466 - 477.
Ab den 60er Jahren arbeiteten die Radiologen daher mit wasserlöslichen Produkten. Heutzutage ist Lipiodol obsolet.


Zur Apparatur
Die Zervix wurde mit der POZZI-Zange gefasst und eine Sonde von RIAZZI-PALMER gegen den äusseren Muttermund gepresst. Neuerdings werden Hütchen an die Zervix festgesogen (Tulpe nach BOMMELAER) um Blutungen aus der Pozzi-Bissstelle zu vermeiden. Der am Hôpital Broca in Paris arbeitende Raoul PALMER (1904-1985) - der gleiche, der 1943 die Laparoskopie einführte - passte die als "Portioadapter" fungierende " Kautschuk-Olive von RIAZZI" an ein Gestänge an. Zu RIAZZI haben wir keine biographische Daten finden können.
In Deutschland wird seit den 40er Jahren als "Pumpe" das Gerät von Günther Karl Friedrich SCHULTZE (1896-1945) benutzt. SCHULTZE war 1923 in Berlin in die Univ.-Frauenklinik von BUMM eingetreten, über die Röntgendiagnostik hatte sein Weg zur Sterilitätsdiagnostik und Therapie geführt. Für diese Zwecke entwickelte er das nach ihm benannte Hysterosalpingographiegerät. 1930 habilitierte er sich unter STOECKEL und wurde 1933 Oberarzt der Klinik. Ab 1938 war er Inhaber des Lehrstuhls und Direktor der Greifswalder Frauenklinik.
Vorgestellt wir ein französisches Pertubationsbesteck ( unter Hysterosalpingographie-Besteck würde man eine Vorrichtung mit radiologischer Abbildung verstehen) aus den 30er Jahren, benannt nach dem (wie sein Kollege PALMER!) an der Klinik Broca tätigen Pariser Arzt Charles-Eugène DOUAY (1881-1967). Es ist bezeichnend, dass PALMER den Nachruf auf DOUAY verfasste:
- Palmer, R., Douay E., in: Gynecol Obstet (Paris), 1967 Jun-Aug;66(3):245-8.

In einem französischen Firmenkatalog wird das Gerät 1934 wie folgt beschrieben:
" Insufflateur tubaire du docteur Douay pour la recherche et le traitement de la stérilité tubaire. Appareil complet, nouveau modèle, comprenant le réservoir à air, le manomètre métallique, la poire à insufflation, le filtre à air et la sonde intra-utérine avec capuchon en caoutchouc" (Fernand Guillot, Catalogue illustré d'instruments de chirurgie, d'appareils de médecine et d'orthopédie, Paris Ivry. Impr. des Etablissements Hyperparaf, 1934).


Zum Erfinder unseres Apparates
DOUAY entwickelte eine Biopsiezange, ein intrauterines Gummi-Drain zur Nachbehandlung der Zervixstenose sowie eine Nadel aus Stahl für die Douglaspunktion. Von DOUAY haben wir mehrere Schriften finden können, die allgemeine gynäkologische Themen betreffen:
- Le Thorax et l'emphysème, la chondrectomie, Paris : F. Alcan, 472 p. : ill. ; 27 cm. (1914)
- Gynécologie, avec 38 figures dans le texte (1928)
- Table pour examen gynécologique (1929)
- Communication, VIe congrès tenu à Bruxelles les 3, 4 et 5 octobre 1929. 3e question mise à l'ordre du jour Indications et techniques de la stérilisation chez la femme, Association des gynécologues et obstétriciens de langue française (1930)
- Communication, VIIe Congrès tenu à Bordeaux les 1er, 2 et 3 octobre 1931. 1ère question mise à l'ordre du jour Le diagnostic radiologique en gynécologie. Association des gynécologues et obstétriciens de langue française (1932)
- Traitement des kystes végétants de l'ovaire par la curiethérapie et par la roentgenthérapie. (1933)
- Gynécologie, 2e édition revue, corrigée et augmentée. Avec 57 figures dans le texte, (1933)
- Contribution à l'étude des fibromes du col utérin, spécialement dans la portion vaginale du col, (1939)
- Félix Jayle : Allocution de M. E. Douay. Extrait du discours. (1946)
- C R Soc Fr Gyncol. 1949 May-Sep;19(5):118-20. (1949)
- C R Soc Fr Gyncol. 1950 Nov;20(7):245-6. (1950)
- Sarcoma of the cervix uteri, in: C R Soc Fr Gyncol. 1950 Mar;20(3):69-72. (1950)
- Non-cancerous metrorrhagia after menopause, in: Bull Fed Soc Gynecol Obstet Lang Fr. 1950;2(2):144-6. (1950)
- Treatment of stage I cancer of the uterine cervix, in: Mem Acad Chir (Paris). 1951 (1951)
- 41st Italian Congress on Gynecology, in: C R Soc Fr Gyncol. 1951 Nov;21(8):319-23. (1951)
- Cancer of cervix uteri; early diagnosis; therapeutic indications, in: Paris Med. 1951 Jan 6;41(1):13-8. (1951)
- Remarks on the 29th Congress of the German Society of Gynecology, in: C R Soc Fr Gyncol. 1952 Nov;22(8):341-4. (1951)
- Journey of scientific information in England from 6th to 12th July, 1952, in: C R Soc Fr Gyncol. 1952 Nov;22(8):340-1. (1952)
- Necrosed fibroma following radiotherapy, in: C R Soc Fr Gyncol. 1952 Oct;22(7):305-7. (1952)
- Measurement of venous circulation rate in the lower extremities, in: C R Soc Fr Gyncol. 1952 Oct;22(7):285-8. (1952)
- Speech of Dr. Douay at the funeral of Dr. Suzanne Levy on Monday, 12 October 1953, in: C R Soc Fr Gyncol. 1953 Nov;23(7):195-6. (1953)
- Cervical metritis and cancer, in: Rev Fr Gynecol Obstet. 1954 Mar-Apr;49(3-4):53-6. (1954)
- C R Soc Fr Gyncol. 1956 Apr;26(4):168-84. (1956).

Beiliegend eine Original-Packung mit mehreren CO2-Patronen. Diese waren ursprünglich für die Anesthesie gedacht war - bei laengerer Beatmung mit reinem Sauerstoff kann es vorkommen, dass die spontane Atmung nicht wieder einsetzt. Da hilft eine kurzfristige Zufuhr von CO2 über einen "Resuscitator", um das Atemzentrum anzuregen!

Grösse des zweifach unterteilten Originalkoffers: 25 cm/ 23cm/16,5 cm.

Herkunft des Objektes: Paris, wo es (laut beiliegender Visitenkarte) von einem "docteur De Manet, 1 rue Villaret-de-Joyeuse" benutzt wurde. Dass De Manet das Gerät schon in den 30/40er Jahren benutzte, erkennt man an der Gebrauchsanweisung, in welcher von der Insufflation von Sauerstoff die Rede ist. Sauerstoff aber verursachte immer wieder schwere Gasembolien, und wurde daher in den 50er Jahren von CO2 abgelöst. De Manet hatte für alle Fäller vorgesorgt, und war (laut seinen Aufzeichnungen) bei jeder Pertubation für eine Gasembolie gerüstet: 4 Spritzen für den Aderlass (300 ml), ein Stauschlauch und eine kleine Spritze mit KampherOel, Koffein und Adrenalin gehörten routinemässig auf den Arbeitstisch !
Auch den Wechsel von Sauerstoff auf CO2 hatte De Manet mitbekommen, davon zeugen die beiliegenden CO2-Patronen und ein Zeitungsartikel aus der Wochenschrift "La Pratique médicale" N°37 vom 22. Mai 1954 mit einer Kurzfassung des Artikels von Dr.Albert Sharman aus Glasgow "Les enseignements de 4000 insufflations tubaires" (Original erschienen im British Medical Journal n°4856 vom 30. Januar 1954, S. 239-242), in dem u.a. die Vorteile der CO2-Pertubation herausgestellt wurden.




Gynäkologie


Pessare (01)

Federpessar mit Originalschachtel, um 1930 

Dieser Ring ist kein "All Birdie Golf Swing Ring" zum Trainieren, sondern ein vaginales Pessar.

VERDIER P. L., Traité pratique des hernies, déplacements et maladies de la matrice, affections consi- dérées sous leur rapports anatomique, médical et chirurgical, suivi 1° de l’exposé des causes, de la nature et du traitement de ces maladies ; 2° de la cure des hernies par les douches obliques d’eau froide ; 3° un essai sur la statistique des hernies et des déplacements de la matrice ; 4° de l’examen critique des bandages herniaires et pessaires anciens et modernes ; 5° de 152 observations détaillées de faits rares et curieux sur ces maladies. Paris, chez l’auteur, Béchet Jeune et Labé, 1840. 21,5 cm, XXVI 740 Seiten.




Gynäkologie


Pessare (02), ringförmig

Ringpessare, um 1980 

Während unsere Grossmütter noch komplizierte Apparaturen tragen mussten mit Hüfthalter usw., um mittels Hysterophor ihre Gebärmutter dort zu behalten, wo sie hingehört, wird heute nur noch ausnahmsweise (z.B. bei älteren herzkranken Patientinnen etc.) auf eine Operation verzichtet und ein Ring eingesetzt.


Das hier vorgestellte dicke Ringpessar aus Gummi war von dem Berliner Frauenarzt Karl Wilhelm MAYER (1795-1868) angegeben worden, dem wir auch das Milchglasspekulum verdanken.