Pharmazie


Blechdose (3), bedruckt

Blechdose, um 1940 

Ab dem 17. Jh. hatte man Papier-Etiketten auf Spanschachteln geklebt, später auf die robusteren Blechdosen. Mit der zunehmenden Technisierung wurde die Aufschrift schliesslich in die Blechdose eingebrannt.

 

Speziell für den luxemburger Markt waren diese Pastillen abgepackt, die von der Firma FARVIL in Luxemburg vertrieben wurden

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Blechdose (4), bedruckt

Werks-Packung, um 1940 

Das "Wohlfahrtswesen" der Hütte Differdingen verteilte diese Dosen an die Belegschaft - vermutlich während des 2. Weltkrieges, als sich das Werk in deutscher Hand befand:
Lakritzbonbon(?)-Dose des Stahl- / Walzwerkes Differdingen.

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Blechdose (5), bedruckt

 

Ganz im Jugendstil ist diese Blechdose der Apotheke L. SCHMIT aus Remich gehalten.

Léon SCHMIT *8.4.1864.
"Hr. THILGES von Niedersgegen hat das erste Kandidaturexamen in den Naturwissenschaften mit der grössten Auszeichnung, die HH. GREDT aus Luxemburg und SCHÜTZ aus Fels haben dasselbe Examen mit Auszeichnung und die HH. METZLER aus Kauthem und SCHMIT aus Mersch mit Befriedigung bestanden" (Escher Volkszeitung vom 1.11.1884). Léon SCHMIT absolvierte seine letzten Examina am 8.6.1889 (Memorial 1901) und führte 1900 und 1913 laut Memorial eine Apotheke in Remich.

Zinkpaste ist seit ewigen Zeiten DIE Abdeckpaste, die bei leichten Verbrennungen und anderen großflächigeren Hautabschürfungen gute Heilungsergebnisse erzielt. Der Wirkungsmechanismus beruht vermutlich auf dem für die Haut essentiellen Zink. So finden wir Zinkoxyd als Hauptbestandteil der Penaten Wundschutzcreme...

In der Therapie des Dekubitus ist die Zinksalbe heutzutage obsolet. Mit der Zinkpaste verhinderst man in der Tat wichtige Vorgänge die zu einer optimalen Wundversorgung nötig sind. Zum Beispiel wird verhindert oder stark verzögert, dass sich kleine neue Gefässe bilden (diese werden immer vom Wundrand aus gebildet) um den Gewebe-pH zu normalisieren und mit Sauerstoff zu versorgen. Warum ist der Gewebe-pH verschoben? Fibroblasten wandern in das Fibrinnetz (Matrix die bei der Blutgerinnung entsteht) ein und synthetisieren dort aus den Aminosäuren die die Makrophagen zurückgelassen haben, das Kollagen und andere Substanzen, wie Elastin u. Proteoglykane. Das Fibrinnetz wird in dem Maße abgebaut wie das Kollagen eingebaut wird. Kollagen ist ein Basisprotein des Körpers. Makrophagen u. Thrombozyten geben die Impulse zur Neovaskulation (Gefässneubildung). Wiederherstellung u. Neubildung der Gefäße geht von den bestehenden Gefäßen vom Wundrand aus. Die Neubildung dient der Normalisierung des Gewebs pH-s, durch vermehrte Versorgung mit O2. Natürlich wird es immer auch Wunden geben die unter Zinkpaste heilen aber es gab auch chronische Wunden die unter Eisen und Fönen geheilt wurden und ich denke, dass keiner auf die Idee kommen würde diese veraltete und gefährliche Methode anzuwenden.

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Blechdose (6), mit Papieretikett

Blechdosen mit geklebtem Etikett, um 1950 

1827 war eine Apotheke in Remich entstanden. Die Besitzer wechselten mehrfach (CHEVALIER, SCHMIT Vater, SCHMIT Sohn, BRAUN) und wurde über längere Zeit von einem Provisor geleitet. Ab 1936 war sie im Besitz des im Oktober 1930 zugelassenen Apothekers Nicolas THILL (*1909).

In dieser unscheinbaren Blechdose (Durchmesser 70mm) verkaufte er in seiner "Pharmacie des Vignerons" in Remich Pastillen gegen Schnupfen, Erkältung und Bronchitis - 8 bis 10 Pastillen pro Tag für Erwachsene, die Hälfte der Dosis für Kinder.

Man bemerke die französische Beschriftung der Dose, obwohl Remich an der deutschen Grenze liegt.

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Blechdose (7), gestanzt

Blechdose mit gestanztem Text, um 1900 

Die kleine Dose (65x44x14mm) scheint speziell für die MohrenApotheke gestanz worden zu sein. Die "Mohrenapotheke" gehört zu den alteingesessenen Apotheken der Hautstadt. Ab 1899 gehörte sie der Familie KLEES, die sie um 1918 an die Famile BOS veräusserte.

219° — Mohrenapotheke N. Klees-Kneip, Luxemburg. — Apotheke. — Inhaber: Nicolas Klees-Kneip, Luxemburg Du 21 avril 1910" (Firmenregister; Memorial n°26 vom 7.5.1910).

Typisch luxemburgisch an der Dose ist die Zweisprachigkeit: "Kraftpillen" einerseits, "régénérateur du sang" andererseits.
Nicht bekannt ist, ob es sich bei den "KNEIP'schen Kraftpillen" um ein Patent der Familie KLEES-Kneip handelte...

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Pastilles des Ardennes

Blechdose mit Papieretikett 

Die Apotheke MOLITOR am Place d'Armes in Luxemburg hatte die Alleinvertretung für die "Pastilles des Ardennes" - harmlose Dinger, von denen der Halskranke bis zu 15 Stück am Tag zu sich nehmen konnte ...

Dass die Pastillen "balsamiques" waren, hiess, dass ihre Wirkung derjenigen von echtem Balsam gleichkam - konnte aber auch bedeueten, dass sie beim Zergehen im Mund nach Naturkräutern (der Ardennen !) schmeckten und den Hals beruhigten, d.h. Husten stillten und Kratzen im Rachen linderten ...

Felix MOLITOR *8.7.1901 wurde am 14.10.1922 als Apotheker zugelassen. Er übernahm die ehemalige Einhornapotheke, die von seinem Vorgänger Camille HUBERTY aus dem Hause 5 r. du Curé in das Eckhaus Chimeygasse/Place d’Armes verlegt worden war, und die MOLITOR nun unter dem Namen „Grande Pharmacie“ weiterführte - unter Beibehaltung des goldenen Einhornkopfes in der Hausfassade. MOLITOR starb in Luxemburg am 30.4.1972 ...

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BENELUX-Pastillen

Benelux-Pastillen
Blechdose (9)  

Lucien THEVES (1903-1981) wurde 1929 als Apotheker zugelassen, wartete  jahrelang auf eine Konzession, Jahre, die er im Belgischen Kongo verbrachte. Als ihm 1950 die Konzession einer Apotheke in Rambrouch zugesprochen wurde, kehrte er in die Heimat zurück.

1953 wurde ihm die Konzession einer neuen Apotheke im Wohnviertel "Brouch" in Esch/Alzette zugesprochen. Nach dem Platz, an dem die Apotheke in Betrieb genommen wurde, benannte er sie "Benelux-Apotheke". Den gleichen Namen gab er Husten-Pastillen, die er in seiner Apotheke verkaufte - wir wissen nicht, wo er sie herstellte.

Wir zeigen eine kleine, ziemlich verramponierte Blechdose (Durchmesser 7.0 cm), erstanden auf dem Weihnachtsmarkt in Bartringen 2013.

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Blechdose (10), mit Papieretikett

Blechdose FRANCOIS
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der im Bahnhofsviertel in der Hauptstadt niedergelassene Apotheker Victor FRANçOIS (*1884) verkaufte Pastillen gegen Halsschmerzen in einer etikettierten Blechdose - auch in der Hauptstadt treffen wir auf französische Beschriftung, hier allerdings verwundert dies weniger, ist die Metropole doch kulturell seit langer Zeit nach Frankreich ausgerichtet.

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Blocmalt-Dosen (1)

um 1945 

Schon 1869 bot das Unternehmen medizinische Bonbons an:
"Système breveté, dépot chez H. Richard à Diekirch
Bonbon pectoral. Cette préparation faite avec des extraits de différentes plantes et approuvée par les premiers médecins de la Belgique, est supérieure à tous les autres bonbons pectoraux inventés jusqu'à ce jour. Il facilite l'expectoration, et est surtout efficace dans les rhumes, catarrhes, grippes, coqueluches etc. pour les maladies de poitrines il est d'un effet infaillible"
(Anzeige in "Der Volksfreund vom 18.11.1869).

Wenige Jahre später gründete RICHARD sein eigenes Unternehmen. Er starb in Luxemburg am 30.1.1918: "Sterbefall. Bei seinem Schwiegersohn, Hrn. Prof. Edm. KLEIN in Luxemburg, starb im Alter von 77 Jahren Herr Rentner Jean RICHARD-Reuter. Er war der Gründer und langjährige Inhaber der bekannten Diekircher Zuckerwarenfabrik Richard, der bedeutendsten des Landes. 1910 zog er sich von den Geschäften zurück, und kam nach Luxemburg, um hier seinen Lebensabend zu beschliessen" (Luxemburger Wort vom 30.1.1918).

Vorgestellt werden zwei Blechdosen der 1873 gegründeten "Manufacture de Bonbons Anglais" Auguste RICHARD & Cie in der heutigen r. Muller-Fromes in Diekirch.
Die kleine Dose misst 121x90x68 mm
Die grosse Dose misst 182x252x128 mm.

Malzextrakt ist ein leicht verdauliches Nahrungsmittel, mit dem man die Ernährung wesentlich unterstützen kann: ein Esslöffel (20 g) Extrakt enthält soviele Wärmeeinheiten wie ein Ei. Man gab es in Fleischbrühe, Wasser gelöst einige Male pro Tag. Die nährende und allgemein stärkende Wirkung des Malzes machte sich seit Jahrzehnten die Fa. Liebig mit den bekannten Suppen zunutze. RICHARD sprang auf den Karren und produzierte in seiner "Kammellefabrék" das Stärkungsmittel BLOCMALT.

Die RICHARD'schen Malzplätzchen wurden angepriesen als "Aliment réconfortant pour Enfants, Convalescents et vieillards" - die abgebildete Krankenschwester bürgte für die Seriosität des medizinischen Angebotes...
1933 annoncierte RICHARD in der Tagespresse: "Mütter, gebt euern Kindern bei Husten und Heiserkeit BLOCMALT und DIAMALT der Firma Aug. Richard & Cie aus Diekirch".

Die Diekircher Malzbonbon-fabrik überlebte die Machenschaften in der Branche nicht: der Betrieb schloss seine Tore um 1950.

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Blocmalt (2)

Ein "Schmankerl" für unsere Diekircher Freunde. Umschlag 4.8.1931. 

 

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Blocmalt (3)

"Kamellepabeier" 

Neben den halbwegs medizinischen Produkten beglückte die "Kamellefabrék" RICHARD die Schleckermäuler mit Leckereien unterschiedlichster Couleur und "sorgte" so für Arbeit in den Zahnarztpraxen:
- Bonbon hiver
- Bonbons fins
- Briquettes Rich
- Caramels menthe améric. Rich
- Caramels acidulées framboises Rich
- Caramels cocos Rich
- Creamy Scotch Toffee
- Drops de Luxe
- Gommes fantaisies Rich
- "Gromperen"
- Toffees mélange lait & fourré Rich
- Toffees viennois Rich.

Link:
www.industrie.lu/richarddiekirch.html

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Blutreinigungspillen

Blureinigungspillen
 

 

Die Apotheker des Mittelalters produzierten für den eigenen Laden. Ab dem 16. Jahrhundert gingen einige von ihnen dazu über, ihre Produkte zu exportieren. Krämer, fahrende Händler boten die Medikamente feil – landaus, landein, an der Haustüre und auf Dorfmärkten.

 

Der berühmtberüchtigte Andreas EISENBARTH (1663-1727) betrieb in einer umgebauten Brauerei in Magdeburg die erste Arzneimittelfabrik Deutschlands. Zwischen 1686 und 1715 wurde er von zahlreichen deutschen Landesherren mit Privilegien ausgestattet, die es ihm ermöglichten in einem zusammenhängenden Gebiet von ungeheurem Ausmaß tätig zu sein, ohne die üblichen Zölle für seine mitgeführten Arzneimittel zahlen zu müssen. Diese Privilegien erleichterten auch seinen zahnreichen Mitarbeitern den Absatz der an die 20 Medikamente seiner Fabrikation: ein Abführmittel, ein Pulver gegen Schwindel, Zahn- und Kopfschmerzen, ein „Balsam“ zur Stärkung von Gedächtnis, Herz und Magen, eine „Universal=Medicin“ gegen Unfruchtbarkeit. Heilmittel gegen Syphilis und Gonorrhoe usw. (Es ist belegt, dass Eisenbarth, dessen Geburtstag am 27. März gefeiert wird, im Jahre 1696, nach Aufenthalten in Polen, Holland und Frankreich auch Tirol und Italien besuchte und er in diesem Jahr in Innsbruck weilte).

 

Auch die 1787 erfundenen Blutreinigungspillen von Carl Friedrich Wilhelm MÖRICKE d.Ä. (1764-1802) aus Neuenstadt am Kocher (Baden-Württemberg) waren ein nachweislich sehr wirksames Abführmittel, bestehend aus mehreren Komponenten: "Man digeriert 6 Drachmen Coloquinten mit 12 Unzen schwachem Weingeist 14 Tage lang, setzt zur filtrierten Tinctur 12 Drachmen Leberaloe und 4 Drachmen Scammonium, verdunstet zum Extract, setzt eine Drachme Cardamom hinzu, setzt zu 5 Theilen der Masse 1 Theil Calomel und bildet 2 Gran schwere Pillen, so dass jede Pille ½ Gran Calomel enthält" (Referat in: Vierteljahresschrift für prakt. Pharm. 1(1852), 145).

 

Coloquinten (fructus coloquinthidis), Scammonium (Resina scammoniae) gelten noch heute als drastische Abführmittel, Aloe hepatica ist eine komplizierte Zubereitungsform von Aloe, ebenfalls abführend, Kalomel (Quecksilberchlorid) ist ebenfalls ein, wenn auch hochgiftiges, Laxans. Cardamon diente lediglich als Geschmackskorrigens. Nicht das Blut wurde gereinigt, sondern der Darm! Das Mittel war hochtoxisch und wurde 1812 aus dem Handel gezogen, bzw. der Verkauf reichsweit untersagt.

 

Exponat

Vorgestellt werden 2 zwölf mm hohe, 20 mm breite ovale Spanschachteln, von denen jede einst 12 Pillen (von den Arbeitern, die sie aus der Pillenmasse herstellen mussten, liebevoll "Böppele" genannt) à einem halben Quint enthielten – zum Preis von 12 Kreuzern (entspricht dem heutigen Wert von 6 DM = 3 Euro). In den Handel kamen die Schachteln in Stangen von 8 Schachteln resp. in Pakten von einem achtel Pfund.

 

Das Interesse des Exponates liegt also nicht im Inhalt der Schachtel, sondern vielmehr in der Aufschrift "Kais. privil."! Privilegien konnten Personen erteilen, die Rechte oder Besitz an Untertanen frei weitergeben durften – Kaiser, Könige, Päpste. Die Erteilung eines Monopols - z.B. das Recht, Münzen zu prägen oder ein Wappen zu führen, die Befreiung von Zinsen und Diensten, die Verleihung von Gerichtsbarkeiten, die Erteilung des Stadtrechts oder die Gründung von Universitäten, gehörten zu diesen Privilegien ebenso wie der Titel „Privilegierter Lieferant des Hofes“. Die behördliche Gewähr eines Privilegs sprich eines Monopols war in denjenigen Betrieben von vitaler Bedeutung, die viel Geld in die Produktionsanlage investiert hatten:

- um 1500 hatte die damalige „Zeller Brauerei“ als einzige das kaiserliche Privileg, ein eigenes, hochgrädiges  Festbier zu brauen,

- Buchdruckereien stellten einen Antrag auf ein Privileg, um sich (für eine gewisse Zeit) vor Raubdrucken zu schützen,

- in Wien war der Ausschank von Kaffee ein "kaiserliches Privileg" von Johannes Deodat. Auf den 17. Januar 1685 datiert das Privileg für seinen Kaffeeausschank und das Recht, "solches orientalisches Getränk auf 20 Jahr allein zu verkauffen, und sich dessen niemandt, er seye, wher er wolle, bey Straff der confiscatio und 5 Markh Geldtes anmassen sollte",

- in Frankfurt a.M. erhielten 1691 fünf Apotheken ein kaiserliches Privileg, welches besagte, dass es allein  erlaubt sei, Medikamente zu verkaufen. Dieser Schutz war den Apotheken viel wert. In den beiden Privilegien von 1706 und 1713 wird auf das Jahr 1690 Bezug genommen, in dem sie dafür 5000 Reichstaler an den Rat zahlten, dass für weitere vierzig Jahre keine weitere Apotheke errichtet werde,

- der Augsburger Arzt Johann Georg Kiesow (1718-1786) erhielt 1760 ein kaiserliches Privileg für den Verkauf seiner Lebensessenz, einer Art von "Elix. ad long. vitam",

- der Weilheimer Apotheker und Arzt Michael Klieber (gest. 1793) erhielt 1776 ein kaiserliches Privileg für seine Pillen.

Eine "win-win-Situation": dem Privileggeber füllten die Privilegien die Kassen, dem Empfänger gaben sie ein wenig Geschäftssicherheit.

 

Da Möricke keinerlei Kontrolle über den Handel mit "seinem" Produkte hatte, erbat auch er sich ein Privileg beim Wiener Hof. Teuer bezahlt verlieh ihm das auf den 29. Januar 1790 datierte Privileg das Monopol, während 10 Jahren als Einziger sein Präparat in den Handel zu bringen. Mit einem Patent im heutigen Sinne hat das Privileg wenig zu tun. Zum Inhalt der Pillen sagt das kaiserliche Privileg nämlich nichts! Streng genommen sollte niemand wissen, was in dem Geheimmittel steckte – Mörike bezog die zur Produktion notwendigen Ingredienzien aus weit entlegenen Zulieferbetrieben um zu verhindern, dass jemand die Zusammensetzung erraten konnte. Testen konnte man die Pillen nur, indem man sie schluckte! Ein Produkt patentieren zu lassen aber bedeutet, den Inhalt schützen zu lassen! Auch der Titel "Blutreinigungspillen" war nicht geschützt. Konkurrierende Präparate blieben jahrzehntelang in Umlauf:

- Muskauer Blutreinigungspillen von Apotheker Maas,

- Blutreinigungspillen nach Burkespahn,

- Blutreinigungspillen der hl. Elisabeth von Apotheker Neustein in Wien,

- "Deutsche Blutreinigungspillen" resp. "pilulae haematocatharticae" von Apotheker Rottwitt in Ziegenrück,

- Blutreinigungspillen von Dr. Matthias Lang.

 

Genau genommen waren folglich nur die Spanschächtelchen und ihr Etikett gesetzlich geschützt!

 

Lit.: Mörike, Klaus D. und Wankmüller, Armin: Die Apothekerfamilie Mörike, in: Beiträge zur Württembergischen Apothekengeschichte, Bd. 11, 1975-1977 S. 65-96.