Flaschen              


Säuglingsflasche, frühes 19. Jh.

Säuglingsflasche aus Glas und Zinn, 19. Jh 

Im ausgehenden 17. Jahrhundert breitete sich der Gebrauch von Gegenständen aus geblasenem Glas aus. In Deutschland finden wir im 18. Jahrhundert Baby-Fläschchen, deren Körper aus Glas - z.T. mattiert und mit aufwendig eingravierten Dekorationen versehen - deren Mundstück resp. Einfüllstutzen aber aus Zinn besteht.

Das hier vorgestellte Exemplar stammt, den Aussagen des Anbieters zufolge, aus dem Raume Stuttgart. Mundgeblasen, am Boden ist noch der (abgeschliffene) Ansatz des Blasrohres zu erkennen.

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Säuglingsflasche, China

China zinnbronze
Säuglingsflasche aus Zinn, China, frühes 19. Jh. 

Von einem Flohmarkt in Peking, erstanden im Jahre 2000, stammt diese 17.5 cm hohe Zinn-Flasche mit Kupferintarsie und Steigrohr.

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Säuglingsflasche, China

Säuglingsflasche aus Zinn-Messing, China, 19. Jh. 

Die flache 16 cm hohe Zinnflasche mit ihrem angedeutet sechseckigen Hals und Syphon fällt auf durch das (englische) rechtsdrehende Gewinde, vor allem aber durch die Einlegearbeit, die auf der einen Seite einen (ausgewachsenen) Säugling zeigt mit seiner Flasche, auf der andern Seite die glückliche Mutter, die das Kind nun alleine lassen kann - es ist mit Nahrung versorgt...

Säuglingsflaschen


Flasche, Zinn

Flaschen China 1
 

In China kam es zur Synthese der uralten Zinnflasche mit dem europäischen Steigrohr des ausgehenden 19. Jh. Die beiden hier vorgestellten, 17.5 resp.18 cm hohen Exemplare wurden offenbar nach Vorlagen der Kolonialherren aus England hergestellt, die einen abgeflachten Bauch hatten...

Interessant ist das interne Steigrohr, das ein Trinken aus der aufrecht stehenden Flasche ermöglichte, und eine Datierung dieser Flaschen ins 19. Jh. gestattet.

 


Säuglingsflaschen

Chinesisches Achteck
 

 

Nur auf dem chinesischen Markt trifft man auf diese aussergewöhnliche Form: 12.5 cm hohes Fläschchen in Form eines Achtecks.

Baby feeders              


Säuglingsflasche aus China

China zinnbronze
Baby flasche mit Kupferintarsien 

This is an extremely rare piece of pewter with copper bands. 7” tall x 3” across with an unscrewable nipple top.

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Säuglingsflaschen, China

Flaschen in Entenform, China, frühes 20. Jh. 

Im frühen 20. Jh. verliessen alle vernünftigen Fabrikanten das Syphonprinzip und kamen auf Flaschentypen zurück, die von der Mutter oder einer  Hilfperson angehoben werden mussten.

 

Besonders niedliche Flaschen wurden im hinteren Orient benutzt: typisch für die verspielten und sehr kinderlieben Chinesen sind diese beiden Milchfläschchen in Vogel- resp. Entenform.

 

The Alexandra
The Alexandra
The Alexandra
The Alexandra

Säuglingsflaschen


The Alexandra

The Alexandra 1

 

 

 

 

 

Von 1901 bis 1918 produzierte S. Maws Son & Thompson diese wegen hygienische Mängel stark kritisierte, allgemein als "The Alexandra" bekannte Babyflasche. Benannt wurde sie nach einer dänischen Prinzessin: ein romantischer Name für eine Mörderflasche ...

 

Alexandra von Dänemark wurde am 1. Dezember 1844 geboren als Tochter von König Christian IX von Dänemark. Am 10. März 1863 heiratete sie Albert Edward, Prinz von Wales und wurde "Prinzessin von Wales". Als ihr Ehemann 1901 als Edward VII den britischen Thron bestieg, bekam sie den Titel einer "Queen consort", nach dessen Tod 1910 denjenigen einer "Queen Mother". Sie starb am 20. November 1925.

 

Einer der Charakterzüge der bildschönen Prinzessin war ihre Sparsamkeit. Die erste Zusammenkunft mit ihrem Zukünftigen erfolgte im Dom von Speyer. Als sie zu ihrer Hochzeitsfeier in London ankam, war das Volk begeistert – sie ward zur ersten "Königin der Herzen". Ihre Beliebtheit misst sich an einem lustigen Detail: den Babyflaschen, die den Namen "The Alexandra" trugen … Ob die Prinzessin ihre 6 Kinder mit dieser Flasche fütterte bzw. füttern liess, ist eher unwahrscheinlich: bei Hof bediente man sich der Ammen "wet nurses".

 

Länge: 15 cm

Gewicht ohne Glasstöpsel ... 190 g

Gewicht mit Glasstöpsel    ...  215 g

 

Hochrelief-Beschriftung

- auf der Oberseite der Flasche:

         THE ALEXANDRA FEEDING BOTTLE. 

- im inneren Kreis:

          S. MAW SON & SONS . LONDON TRADE MARK

Ganz innen das dreiblättrige Kleeblatt mit dem Firmenlogo.

 

- am Boden der Flasche:

            N°2

 

 

 

 

Von dieser Stelle ein Dankeschön an Herrn M. Rüdiger aus Hamburg, Sammler von "Blauen Heinrichen" (Spucknäpfe),

https://blauerheinrich.jimdo.com

der mir diese Flasche schenkte ... 

 

Tücken der Patentflasche:

"Wallscheid, 26. August. Am Samstag verunglückte hier ein Säugling auf eine sonderbare Weise. Als derselbe in der Wiege liegend aus einer sog. Patentflasche Milch trinken sollte, löste sich der Gummi von der Röhre los, so daß das Kind denselben in den Hals bekam und erstickte" (Obermoselzeitung vom 29.8.1885). Das Dörfchen Wallscheid liegt in der Eifel- der Unfall hätte überall passieren können!.

 

Weiterführende Literatur 

https://www.ealimentarium.ch/de/magazine/eine-welt-fuenf-sinne/die-sinne-erwachen/geschichte-der-babyflasche

https://de.wikipedia.org/wiki/Babynahrung

Flaschen


Torpedoförmige Flasche

Torpedo
 

Es gibt eine Reihe von Dingen, die man nur in England sehen und erleben kann - eine Pie, die Bekanntschaft mit einer "weddingkakesmakerin", einen Ober, der Ihnen zum Frühstück "brown bread or white bread" hinbellt, dass es sie völlig ein-schüchtert.

 

Zu den urenglischen Sachen gehören auch zwei Arten von Säug-lingsflaschen:

- die "bananashaped ones" und

- die "torpedoshaped ones". Letztere Art möchte ich Ihnen hier kurz vorstellen.

 

Die längliche leicht abgeflachte Form erinnert am ehesten an die kontinental-europäischen "Limandes" resp. "Flunder"-Flaschen. Das 21.5 cm lange Exemplar kommt aus den MAW-Werken und trägt die Aufschrift: "MAW SON & SONS LONDON . TRADE MARK" in einem Kreis, der das dreiblättrige Kleeblatt mit dem Firmenlogo umgibt.

 

Auf der abgeflachten Unterseite ist eine Skala angebracht, die in 2er Stufen von 2 - 18 reicht: daneben das Mass "TABLE-SPOONS", ein Hinweis auf die Tatsache, dass hier nicht mit Mutter- oder Tiermilch, sondern mit Trockenmilch aus der Dose gearbeitet wurde. 

 

Erwähnenswert scheint mir die Feststellung, dass der gläserne Schraubstöpsel, der in der ebenfalls von den MAW-Werken hergestellten Flasche "The Alexandra" eingeschraubt ist, perfekt auch in die torpedoförmige Flasche passt - offenbar eine firmeninterne Normierung, die die Herstellung von Stöpseln rationeller und preiswerter gestaltete.

 

Wie so viele "besondere Flaschen" ist auch diese ein Geschenk von Herrn M. Rüdiger - ein grosser Dank geht nach Hamburg. Bitte beachten Sie in der nebenstehenden Kolonne den Link zu der wunderschönen homepage "Blauer Heinrich" des Herrn Rüdiger.

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Weithalsflaschen (1) DUR-O-BOR

 

Zu Beginn des 20. Jh. gab der französische Kinderarzt Gaston VARIOT (1855-1930), Begründer der "Ecole de puériculture des Enfants Assistés" und Initiator des ersten "Dispensaire" der Organisation "La Goutte de Lait" in Belleville/Paris, die Flasche "SAUVEUR" an, die - wie der Name besagte - die Kinder retten sollte. In der Tat kam mit dieser Breithalsflasche (endlich) der Durchbruch zur hygienischen Flasche.


Vorgestellt wird eine Weithalsflasche der Fa. DUR-O-BOR. Die modernen Babyflaschen zeichnen sich alle durch einen solchen breiten Flaschenhals aus, der ein bequemes Reinigen des Flaschen-bauches gestattet.

Links im Bild - als Kontrastprogramm - eine Enghalsflasche der gleichen Firma, ein dünnwandiges, leichtes Gefäss.


Die Firma DUR-O-BOR wurde 1928 unter der Bezeichnung "Gobeleterie inébréchable d’Europe" im belgischen Soignies gegründet, eine Betrieb, der heute an die 500 Mitarbeiter zählt.

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Weithalsflaschen (2) NESTLE

 

Heinrich NESTLE (1814-1890) kam in Frankfurt a.M. zur Welt als 11. von 14 Kindern, von denen 7 im Kindesalter starben. Mit 15 Jahren wanderte der Apothekerlehrling nach der Schweiz aus. In Vevey experimentierte er ab 1843 in einer eigenen Mühle mit Oel, Essig, Senf, Branntwein, Düngemitteln, Limonaden und Mineralwässern, Flüssiggas etc.

Auf den rezenten Arbeiten von Justus v. LIEBIG aufbauend, der 1865 die chemische Zusammen- setzung der mütterlichen Milch publizierte, entwickelte NESTLE, dessen Betrieb bis dahin eher schlecht als recht lief, eine adaptierte Kindermilch. Als ihm im September 1867 gelang, ein 15 Tage altes Kind, das die Brust verweigerte, mit einer von ihm entwickelten Milch zu retten, hatte er ein neues Lebensziel vor Auge: Kinder gesund zu ernähren! Tragik des Schicksals: NESTLé's Ehe war kinderlos...

In Erwiderung auf die hohe Säuglingssterblichkeit brachte er nach 1867 seine künstliche Milch in Pulverform auf den Markt, eine Kombination von KuhMilch, Zucker und Brot (Getreide): das Produkt wurde "Farine Lactée" benannt. Markenzeichen war ein kleines Nest, das berühmte "Nest'le"! Eine Fabrik in Vevey am Genfer See produzierte das Milchpulver in industriellem Massstabe - 1875 verkaufte NESTLE den Betrieb an lokale Industrielle, die ihn 1905 in eine amerikanische Firma einfliessen liessen - unter Beibehaltung des alten FamilienLogo's.

In den 40er Jahren brachte die Fa. NESTLÉ eine Weithalsflasche auf den Markt.

Vorgestellt werden eine Original B-Verpackung (Belgische Ausfüh- rung mit wallonischem + flämischem Text) mit passender B-Flasche (200 ml) für Kinder ab 8 Wochen. Ganz rechts im Bild die sehr viel seltenere A-Flasche (120 ml) für Kinder von 2 bis 8 Wochen.

Siehe auch: https://ludogrid.free.fr/biberons/biberons5.htm

Säuglingsflaschen


Le Bib 49

BIB 49
 

Anfang der 50er Jahre erfand die französische Firma "Verreries du Rhône et de la Loire" mit Sitz in Lyon den integrierten Sauger. Unter dem aufgeschraubten Deckel versteckt sich, vor Schmutz geschützt, der Gummischnuller.

 

"Vente exclusive en pharmacie" - der Aufdruck warb für Seriosität: diese Flasche wurde nur in Apotheken verkauft!

 

Die 8-eckige Form der Flasche verhindert das Herunterrollen vom Tisch, wobei die Flasche, trotz PYREX-Glas, unweigerlich zu Bruch gehen würde. "Ne roue pas" schrieb die Firma in ihrer Werbung.

 

Vorgestellt wird eine Flasche mit der originalen Kartonverpackung. 1950 gab es sie in braun-rot, ein Jahr später in blau.

 

Herkunft: Genouilly/Fr (Département Cher)