Naturmedizin


Amulett, Dogon

 

Man nimmt an, dass die Dogon die Ureinwohner des Nigertales waren und über tausende von Jahren Dörfer bewohnten, die entlang einer 200 km langen Felsklippe in den Felsen gehauen wurden. Obwohl sich die meisten Stämme nun in den Ebenen angesiedelt haben, bleiben diese alten Klippen immer noch bestehen. Die Dogon haben eine hochentwickelte handwerkliche Tradition. Die Klippen von Bandiagara wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft.

Mythologie der Dogon
"Le Dieu Amma, créateur du monde, conçut les quatre éléments (eau, terre, air, feu). Puis il créa une sorte de placenta, « l’œuf du monde », à l’intérieur duquel il plaça deux couples de jumeaux androgynes sous forme de poissons. Mais l’un des jumeaux mâle, Ogo, se rebella et quitta le placenta en emportant un morceau qui devint la Terre, une terre déserte dans une obscurité totale. Alors qu’Amma avait voulu que toute les naissances soient gémellaires, la révolte d’Ogo préfigure les naissances uniques. Ogo se retrouvant seul tenta de rejoindre sa jumelle qu’il avait abandonnée, allant jusqu’à commettre l’inceste. Cela engendra un grand désordre, et entre autres, l’apparition de la mort. Pour punir Ogo, Amma le transforma en renard et le priva de l’usage de la parole. Depuis, le Renard pâle est condamné à errer la nuit et à vivre sous terre. Mais par les traces qu’il laisse sur le sol, il révèle aux humains l’avenir et dévoile les desseins d’Amma. La punition d’Ogo ne suffit pas à rétablir l’ordre dans l’univers. Amma décida alors de sacrifier le second jumeau mâle, Nommo, dont le sang versé, purificateur, donna naissance aux étoiles et dont le corps démembré engendra les plantes et les animaux. Puis Amma ressuscita Nommo et le plaça dans une arche, formée avec un morceau du placenta originel, en compagnie de quatre couples de jumeaux, les huit ancêtres de l’humanité et des éléments de la création. Descendue du ciel, l’arche atteignit la terre inhospitalière du Renard pâle. La première pluie tomba, formant la première mare. Le soleil se leva pour la première fois mettant fin à l’obscurité infinie et les éléments contenus dans l’arche se répandirent sur la terre. Nommo, sous sa forme de poisson, gagna la mare et s’y établit. Il enseigna aux premiers ancêtres le langage articulé, le tissage, puis d’autres techniques, mettant fin ainsi à ce que l’on pourrait voir comme l’enfance de l’humanité" (Gaborit Aurélien, in: L'Oeil - n° 526 - Mai 2001).

Obwohl die Glaubensvorstellung der Dogon eine Art Schöpfergott "Amma" kennt, spielt im Alltag eher der Ahnenkult die Hauptrolle. Die Dogon sind eine patriarchalische Gesellschaft, deren Gemeinden ein Dorfältester vorsteht. Dieser besonderen Rolle der "Alten" begegnen wir auch in unserm Amulett, das es dem Träger gestattet, beständig in Verbindung zu seinen Ahnen zu leben. Diese leiten ihn bei seinen Entscheidungen und schützen seine Gesundheit ...

Zur Dogon-Heilkunde
"The Dogon attribute illness to a variety of causes, such as the weakening of the vital life force (nyama), the creation of a state of impurity in the individual through the influences of evil spirits, violation of a taboo or prohibition, and sorcery. There are twelve categories of disease considered treatable, each with its own specific healer who has special knowledge of the specific plant that will bring about a cure. Where diseases are considered to be supernaturally based or the result of sorcery, a healer-diviner is called in who determines the cause of the disease (through divination), then offers sacrifices, magical charms, and incantations to bring about a cure" (http://www.everyculture.com/Africa-Middle-East/Dogon-Religion-and-Expressive-Culture.html).

  • Alles in der Welt der Dogon ist bedeutsam und sakral - die Einteilung der Felder, die Ausrichtung der Palaverhütten nach den Himmelsrichtungen, die Aufteilung der Wohnhäuser, die Anordnung der Türen, Decken, Terrassen, Nischen und Balken: alles ist Ausdruck der religiösen - mythologischen Anschauung; die Dogon sehen ihre Dörfer als "auf dem Rücken liegende Menschen": der Kopf stellt das Rathaus (Palaverhaus "Toguna") dar, östlich und westlich davon liegen als Hände ... die Menstrualhütten.
  • Wie bei vielen afrikanischen Stämmen ist auch bei den Dogon die Beschneidung der Frauen ein verbreiteter Brauch ... Die Jungs werden im Alter von circa zwölf Jahren beschnitten, die Mädchen bei den Dogon angeblich nicht. Die verstümmelnde Klitorisbeschneidung muss in Mali allerdings noch weit verbreitet sein, denn die Hilfsorganisation World Vision ruft mit Werbetafeln dazu auf, die grausame Praxis abzuschaffen.
  • man fürchtet sich vor dem Geist einer Frau, die während der Schwangerschaft oder unter der Geburt verstorben ist; diese sog. "weissen Frauen" werden ausserhalb des Dorfes in Höhlen begraben und von Magiern bewacht.
  • ein heiliger Mann, Wächter der Mythen, lebt in der Felswand. Seinen Unterschlupf darf er nie verlassen. Niemals würde ein Dogon einem Fremden das mit Tabu belegte Haus, in dem der Schamane wie in einem Kerker haust, auch nur aus der Ferne zeigen. Im Sand zeichnet er Figuren und interpretiert am andern Morgen die auf der Figur hinterlassenen Abdrücke der Wüstenfuchspfoten. Bei aller Komik: diese Heilkunde war und ist weit über die Grenzen des Dogolandes bekannt für seine Effizienz !
  • genauso gefürchtet im Dorf ist der Schmied, Herr des Feuers - er stellt die magischen Objekte (wie unser Amulett) her und hat einen besonderen Zugang zur "jenseitigen" Welt..
  • für den Gynäkologen ist die Entstehung des Menstralblutes von Interesse: "At the beginning of time, Amma (a supreme god who lived in the celestial regions and was the origin of all creation) created the Earth and immediately joined with it. But the Earth's clitoris opposed the male penis. Amma destroyed it, circumcising his wife, and they had a child, Ogo, and the twins, the Nommo. Ogo had no partner and was barren, so he introduced disorder into the world by committing incest with his mother, Earth. The first menstrual blood came from this union, as well as Yeban and Andumbulu, the spirits of the underworld" (http://www.gateway-africa.com/stories/Dogon_Creation_Myth.html).
  • die besondere Zwillingsverehrung der Dogon ist auffällig: da die ersten Menschen zwei Zwillingspaare waren, ist eine Zwillingsgeburt auch heutzutage etwas ganz besonderes, ein Ereignis, das Glück und Wohlstand verspricht .

    Zur heutigen Lage

  • im Gebiet der Dogon ist der gefährliche Guinea-Wurm beheimatet. Seine Larven dringen durch die Fußsohlen in den Körper ein, bis sie sich schließlich, wenn es für eine Bekämpfung schon zu spät ist, im Muskelgewebe festsetzen
  • in Bandiagara, einer Stadt am Rande des Dogon-Gebietes, besteht ein Zentrum für traditionelle afrikanische Medizin.
  • das RAFT (Réseau en Afrique francophone pour la télémédecine) hat im Osten des Dogongebietes ein Pilotanlage eingerichtet, im Spital des Landdorfs Dimmbal (www.dimmbal.ch).

    Auf einem Wochenmarkt in Briançon erstand ich im Sommer 2010 bei einem Kenner der afrikanischen Kunstszene diesen Anhänger, der, den Angaben des Händlers zufolge, von den Dogon stammt - eine vermutlich eher rezente Arbeit, die an die Ahnensteine anspielt, Steine, in denen die Seele eines verstorbenen aufbewahrt wird, und an einer Eisenkette um den Hals getragen werden.
    Allerdings wollte mir der Händler weismachen, dass in dem Stein, der im Gitterwerk gefangen ist, böse Geister gefangen gehalten werden, die Krankheiten bei mir hervorrufen könnten ...

    Lit.:

  • Piero Coppo, Les Guerisseurs De La Folie, Histoires Du Plateau Dogon - Ethnopsychiatrie, Collection : Empecheurs De Penser En Rond, 1998.
  • R. Beneduce, "Maîtriser le vent. Comment les guérisseurs dogon traitent les troubles mentaux", Nouvelle Revue d'Ethnopsychiatrie, 1997, 34, 135-158.
  • B. Fiore, Intérprétation des maladies et leur classification dans la médecine traditionnelle dogon (Mali), "Psychopathologie africaine" XXVI (1994), 9-33.