hormonell


Thermometer

Umgehen der fruchtbarenTage 

OGINO erkannte 1924, dass der Eisprung 14 (12-16) Tage VOR der zu erwartenden Regel stattfand, gleich wie lang oder kurz ein Zyklus sein mochte. Die auf dieser Beobachtung fussende Knaus-Ogino-Verhütungsmethode, auch Kalendermethode genannt, ist die älteste wissenschaftlich fundierte Methode der natürlichen Familienplanung, benannt nach dem Österreichischen, in Graz praktizierenden Frauenarzt Hermann KNAUS (1892-1970) und dem Japaner Kyusaku OGINO (1882-1975), die diese Methode auf dem Gynäkologenkongress in Leipzig im Mai 1928 zum ersten Mal vorstellten.
Die Kalendermethode beruht auf der Tatsache, dass eine Eizelle nach dem Eisprung ca. 6-12 Stunden befruchtungsfähig ist und dass die männlichen Spermien 3-4 Tage (im Extremfall bis zu sechs Tagen) in den weiblichen Sexualorganen überlebensfähig sind. Durch Beobachtung und Aufzeichnung in einem Zeitraum von mindestens einem Jahr berechnen die Frauen ihren voraussichtlichen Eisprung. Sie führen einen Menstruationskalender, in dem die Zyklustage aufgezeichnet werden. Als ein Zyklus wird dabei der Zeitraum vom ersten Tag einer Monatsblutung bis zum letzten Tag vor der nächsten Blutung bezeichnet.

  • 1. Man stellt aufgrund des Menstruationskalenders fest, wie viele Tage der kürzeste Zyklus hat und zieht von dieser Zahl 17 ab. Das Ergebnis gibt an, welcher der erste der fruchtbaren Tage ist.
  • 2. Von der Anzahl der Tage des längsten Zyklus werden 13 Tage abgezogen. Das Ergebnis gibt an, welches der letzte Tag der fruchtbaren Tage ist.
  • Auch die weiteren Zyklen müssen zur Berechnung herangezogen werden und ggf. eine Neuberechnung veranlassen, wenn sich beispielsweise plötzlich kürzere Zyklen ergeben.

    Voraussetzungen für die Anwendung der Kalendermethode

  • Die Monatszyklen sind nicht allzu unregelmäßig.
  • Der Menstruationskalender wird sehr sorgfältig von der Frau geführt.
  • Die Frau und auch der Partner sind sehr diszipliniert und verhüten in den fruchtbaren Tagen mit anderen Methoden.
    Nach einer Geburt kann die Methode nicht sofort wieder angewendet werden, da erst nach Ablauf einiger Zyklen die sicheren Tage neu berechnet werden können. OGINO selber sträubte sich gegen die Verwendung der Methode zur Kontrazeption, da er bei der relativen Unsicherheit der Methode eine Flut von ungewollten Schwangerschaften befürchtete: die Methode hat nicht zu Unrecht den Spitznamen Katholiken-Roulett oder römisches Roulett, da sie sehr unsicher ist, aber von Papst Pius XII. am 29. Oktober 1951 in einer Rede vor Mitgliedern des katholischen italienischen Hebammenverbandes als einzige Methode der Empfängnisverhütung für tolerabel und anwendbar erklärt wurde. Zwar sei grundsätzlicher Zweck der Ehe die Zeugung von Nachkommen und alle Verhütungsmethoden daher von Übel, bei gewichtigen Gründen körperlicher oder seelischer Natur könne diese Methode aber hingenommen werden, da Enthaltsamkeit in der fruchtbaren Zeit nicht in die natürlichen Abläufe eingreife (zit. Wikipedia).


    Die Untersuchungen des holländischen Frauenarztes Theodoor Hendrik Van de VELDE (1873-1937) zu Zusammenhängen zwischen Körpertemperatur und Zyklusphase legten bereits 1905 den Grundstein für die Temperaturmethode. Die Tatsache, dass die Temperatur um den Eisprung herum erkennbar ansteigt, nutzte um 1935 der deutsche Pfarrer [und spätere Doktor h.c. der Medizin] Wilhelm HILLEBRAND (1892-1959) aus Titz bei Jülich zur Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage - er belehrte junge Paare in diesem Sinne im Rahmen der seelsorglichen Eheberatung! Erst Jahre später, 1940, publizierte der Schweizer Arzt Rudolf VOLLMANN die wissenschaftlichen Grundlagen der Temperaturmethode. Weite Verbreitung fand die Methode schliesslich ab 1954 im Gefolge einer Publikation des deutschen Gynäkologen Gerhard Klaus DÖRING - Professor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universität München, Chefarzt der geburtshilflich-gynäkologischen Abteilung des Städtischen Krankenhauses München-Harlaching von 1965 bis 1985. Bei der Temperaturmethode wird die durch Ovulation und Lutealphase induzierte Temperaturerhöhung um 0,5 bis 1 °C ermittelt, um die fruchtbare Zeit zu bestimmen. Dazu muß die Körpertemperatur täglich (morgens, möglichst zur selben Zeit) gemessen werden. Bei der Temperaturmethode wird der Eisprung nicht rechnerisch nach Kalenderaufzeichnungen ermittelt, sondern an Hand einer aktuellen Fieberkurve - dabei wird der bereits ERFOLGTE Eisprung anhand der angestiegenen Temperatur (Effekt des Gelbkörperhormones) bestimmt.

  • niedrige Tempertur: noch nicht oder eben erst erfolgte Ovulation
  • angestiegene Temperatur - erfolgte Ovulation (>2 Tage erhöhte Tempertaur)- keine Gefahr mehr für eine Befruchtung, das Ei ist nicht mehr befruchtungsfähig.


    Bei der Billings-Ovulationsmethode (1980) nach John BILLINGS werden die östrogenbedingten Veränderungen des Zervixschleims beurteilt. Dazu werden zur Ovulation hin allmorgendlich Menge und Viskosität des Zervixschleims bestimmt. An den fruchtbaren Tagen verflüssigt sich der Zervixschleim zunehmend. Besonders nah rückt der Zeitpunkt der Ovulation und besonders hoch ist daher die Chance für eine Konzeption, wenn der Zervixschleim Wasser einlagert und deshalb milchig oder geleeartig und schließlich durchsichtig wird. Er läßt sich in Fäden ziehen (Spinnbarkeit) und sieht aus wie rohes Eiweiß.


    Bei der symptothermalen Methode der "Natürlichen Familienplanung" nach dem Wiener Prof. Joseph RÖTZER (*1920) werden Temperatur- und Billingsmethode miteinander kombiniert.

    Vorgestellt wird ein frühes BBT-Thermometer (Basal-body-temperature) ZYKLOTEST der Fa. Medico-Technik KG / Bonn in Originalbox aus Crocro-Imitation. Das Thermometer zeigt nur + und - Werte. Dem Untersucher kommt es nicht auf die absolute Temperatur an, sondern an die Abweichung von einem Mittelwert.Ähnliche Modelle werden z.Zt. von UEBE Medical GmBH und Ovula kommerzialisiert.