Antike


Asklepios und Telesphoros (1)

Votivtafel, um 100 n.Chr 

Über die Herkunft des Heilgottes Asklepios und dessen enges Verhältnis zu Apollon streiten sich die Gelehrten. Asklepios-Kultstätten in Verbindung mit Thermalquellen erfreuten sich besonders in Thrakien großer Beliebtheit. Auf eine thrakische Urheberschaft des vergöttlichten Asklepios könnte die Etymologie des Namens sowie seine thessalische Heimat, Trikka, anspielen. Im übrigen erscheint sein gnomenhafter Begleiter Telesphoros -"der es zum [guten] Ende bringt" - stets in thrakischer Tracht mit Kapuzenmantel.

"In Greek mythology (especially in Thrace), Telesforos (or Telesphoros) was a son of Asclepius. He frequently accompanied his sister, Hygieia. He was a boy whose face was always covered with a cowl and a Phrygian cap. He symbolized recovery from illness, as his name means "bringing fulfillment" in Greek. He likely originated circa 100 AD in Pergamon as part of the large Asclepian cult there. His popularity increased in the 2nd century AD after Epidaurus, the home to the Asclepius cult, and other places adopted his cult. Representations of him occur mainly in Anatolia and the area around the Danube." (Wikipedia 2006).

Zersplittert in viele Stämme siedelten Thraker von den Karpaten über die nördliche Ägäis bis Kleinasien, Kernland bildete das heutige Bulgarien. Sie gehörten zu den indoeuropäischen Völkern, die im Verlauf des zweiten vorchristlichen Jahrtausends in den donauländisch -balkanischen Raum einwanderten. Erst im fünften Jahrhundert vor Christus gelang dem Odrysenkönig Teres die Gründung eines thrakischen Großreiches, das kurz darauf wieder seinen Nachbarn unterlag. Danach schwächten persische und keltische Invasionen das Land, bis es 46 nach Christi Geburt entgültig durch die Römer unterworfen wurde.

Aus der Zeit der römischen Besetzung des Landes stammt die hier vorgestellte Votivtafel: links im Bild der Heilgott ASKLEPIOS (sprich Aesculapius, da wir uns nicht mehr in der griechischen sondern in der römischen Zeit befinden), rechts neben ihm der barfüssige TELESPHOROS in seinem typischen Kaputzenmantel.

Lit.:
W. Deonna, De Telesphore au "moine bourru", Collection Latomus, vol.XXI, Berchem/Bruxelles 1955