Flaschen              


Enghalsflaschen (3)

 


Ab 1924 wurde in Frankreich das Pyrex-Glas vertrieben, welches soeben von der US-Firma "Glass Works" aus Corning /NY erfunden worden war. Die hier vorgestellte PYREX-Flasche ist gekennzeichnet durch den engen Hals, aber auch durch das massive, klobige Glas. Höhe 185 mm. Zwischen den Weltkriegen benutzt, vielleicht aber auch später noch, da das robuste Glas nicht kaputtzukriegen war...

Link
ludogrid.free.fr/biberons/biberons4.htm

Rechts im Bild: Original-Werbe-Karte von Francisque POULBOT (1879-1946) aus der Druckerei von Henri Chachoin / Paris aus dem Jahr 1927 - zugleich Werbung und Warnung!

Zur Person von Poulbot siehe im Kapitel "Spucknäpfe"

www.lesgossesdepoulbot.com/
montmartre.bamboule.net/fr/apoulbot.htm
fr.wikipedia.org/wiki/Francisque_Poulbot

FLASCHEN


Englische PYREX-Flasche

PYREX 2

Modell N°. 311 000 der Fa. JAJ

 

Englische Enghalsflasche der Firma James A. JOBLING & Co. Ltd. (Wear Glass Works Sunderland) aus den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts.

 

Die Flasche weist 4 Eigenarten auf:

- sie ist sechseckig, rollte folglich nicht vom Küchentisch (das hat sie mit der französischen BIB49 gemein). Standfläche rund, mit der Beschriftung: MADE IN ENGLAND

- sie hat noch den altmodischen, unhygienischen, engen Hals. "The 1950's saw the introduction of the popular narrow neck heat resistant upright Pyrex models. The UK market did not see the wide neck versions until the 1960's, even though these had been available in the USA since the early 1920's"

https://www.babybottle-museum.co.uk/intro.htm.

- dafür ist sie aus dem modernen Pyrexglas gegossen. Auf der Verpackung wird das Material wie folgt beschrieben:

"Pyrex Feeding Bottles may be filled with boiling water or milk, cooled in cold water and also sterilized by placing in boiling water, or proprietary sterilising products. Used in accordance with these instructions they are guaranteed for one year from date of purchase against thermal breakage. Your Pyrex stockist is authorised to replace any bottle so broken in exchange for the broken parts". - das erste Mal, dass wir im Zusammenhang mit  Glas von einer Garantie lesen! Ab 1921 stellte die Firma Haushaltswaren in diesem speziellen Glas her, Babyflaschen allerdings erst ab den 50er Jahren.

- typisch englisch sind die beiden Skalen: eine in ml (50-225) und eine in OZ (1-8).

 

 

Die Flasche wurde mir von Herrn M. Rüdiger aus Hamburg geschenkt - als Dank sollten Sie seiner sehr informativen und besonders aesthetisch aufgebauten home-page "Blauer Heinrich" mit Spucknäpfen einen Besuch abstatten (Link in der Leiste nebenan).

Schott
Schott

Flaschen              


Enghalsflaschen (4)

um 1939/43 

 

Fabrikant von hochwertigem Glas waren die SCHOTT&Gen.-JENA-Werke in Jena, deren Flaschen ein ulkiges Detail aufweisen: sie sind datiert!

Das hier vorgestellte Exemplar trägt das Datum IV 3.39, ein typengleiches das Datum VIII 7.43

 

Die im Erdgeschoss des Hotel ALFA am Bahnhofsplatz in Luxemburg angesiedelte Drogerie des 1929 zugelassenen Apothekers René STEICHEN (1906-1980) nutzte die Aussenfläche der SCHOTT'schen Flaschen aus JENAer GLAS zu Werbezwecken.

 


Link zu einer sehens- und lesenswerten Säuglingsflaschenseite von Ludovic CLEMENT alias Ludogrid, Webmaster des Site "Petite Histoire du Biberon" - einem "must" für Flaschensammler:
ludogrid.free.fr/sommairebib0.htm

 

 

Flaschen              


Enghalsflaschen (5)

 

Belgische DUROBOR-Flasche der Fa. NORMA mit Sauger "Nana special" (mit weisser Farbe auf den Rand aufgedruckt).

Erstanden im Mai 2007 auf einem Strassenmarkt in Arlon.

Säuglingsflaschen


Enghalsflasche (6)

Bildschirmfoto_2020-09-12_um_17.55.06.png
 

 

 

1887 entwickelte der Chemiker und Glastechniker Otto Schott (1851-1935) in Jena das hitzebeständige und chemisch resistente Borosilikatglas.
„(..) demonstrirte der Vertreter der Firma G. Wenderoth in Cassel ein neues Glas, welches in der Hitze nicht springt (Jena-Glas) und ohne Draht-Netz auf jede Flamme gesetzt werden kann“ (Pharmaceutische Post, 19. Januar 1896).

 

Ab 1918 wurden unter dem Markennamen JENAer-GLAS Milchflaschen hergestellt und vertrieben – für Kindermilchflaschen haben wir eine erste Anzeige 1934 gefunden (Die Frau und Mutter, 1934 Heft 12 S.29), eine weitere im Salzburger Volksblatt, 8. Januar 1938.

 

1) Große Flasche "JENAer Glas" der Fa SCHOTT / Mainz, Geschenk von Herrn M. Rüdiger aus Hamburg - als Dank sollten Sie seiner sehr informativen und besonders aesthetisch aufgebauten home-page "Blauer Heinrich" mit Spucknäpfen einen Besuch abstatten.

 

2) Große Flasche "JENATHERM"

 

3) Große Flasche "SAALE-Glas" - diese Marke wurde von 1958-1981 für das westliche Ausland verwendet.

Flaschen              


Glasflasche

"Pure Milk" China 2000 

13 cm hohes Fläschchen (Milch, Rahm?), viereckiger Boden!

Flaschen              


Flasche mit Schlauch

Glas in Tintenfassmanier, USA 

Flasche mit langem Schlauch, der Schnuller ist leider defekt, nur der Adapter aus Elfenbein für den Gummischlauch ist erhalten. Man beachte das Fehlen eines Steigrohres. Bei der Krümmung der Flasche war es sinnvoller, einen Gummischlauch auf den Boden der Flasche zu legen, um die Milch anzusaugen.

Bei den senkrecht gehaltenen Flaschen wurde der in der Flasche steckende Schlauch später ersetzt durch ein Steigrohr aus Glas. Bemerkenswert an der hier vorgestellten Flasche ist ausserdem, dass sie keine Graduierung aufweist - Modell "simple"...

Die Form erinnert an ein Tintenfass resp. an eine Schildkröte, die den Kopf emporhebt, daher die amerikanische Bezeichnung "turtle neck baby bottle". Die Franzosen nennen sie "Biberon-sabot" in Anspielung an einen Holzpantoffel...


Link:
www.babybottle- museum.co.uk/gallery1. html

.

Flaschen              


Flaschen mit Steigrohr

Frankreich um 1900 

Sogenannte Rohrfläschchen erfreuten sich ab 1860 bei den Müttern grosser Beliebtheit. Ein Steigrohr im Innern der Flasche machte das schräge Hochhalten der bis dahin gängigen Flaschenmodelle entbehrlich. So konnte das Kind die Flasche selber halten, während die Mutter ihrer Arbeit nachging - eine Erfindung, die mit der in den Industriegebieten zunehmenden Frauenarbeit korreliert...

 

Ab 1870 etwa belieferte die Glasindustrie den Markt mit Flaschen, die von dem Ingenieur Edouard ROBERT aus Dijon erfunden worden war. 1873 wurde der "biberon ROBERT" in Paris auf der Weltausstellung prämiert.

Bekannte Imitationen wurden der "biberon DARBOT", der "biberon Galant", der Monchovaut ...

 


Kuriosum: die französische Subkultur übernahm das Wort "Robert" ins "argot" und bezeichnet damit die weibliche Brust ["montre voir tes roberts"].

 

Im 19. Jh. starben noch 7 von 8 Säuglingen, denen die Flasche anstelle der Brust gegeben wurde, dennoch wurde oft die Flaschenernährung der Ammenbrust vorgezogen, weil das Kind nicht Gefahr laufen sollte, die schlechten Charaktereigenschaften der Amme mit deren Milch aufzunehmen ... Viele Flaschenkinder erkrankten an z.T. tödlichen Magendarmkatarrhen "biberonite aiguë" - in den langen Rohren sammelten und vermehrten sich die pathogenen Keime in so grosser Menge, dass sich die französische Regierung 1910 gezwungen sah, die Rohrfläschchen zu verbieten.

englisch a 1850
englisch b 1 rdige...
englisch b 2 rdige...

Flaschen              


Säuglingsflasche (Flunder 1)

flacon "limande" 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir dürfen Ihnen hier zwei frühe (19.5 cm lange, 9 cm breite) britische Babyflaschen aus Keramikware zeigen, hergestellt um 1850: klassische Einfüllöffnung an der Oberseite (2.8 cm Innendurchmesser!).

Keine Herstellerangabe. https://www.babybottle- museum.co.uk/intro.htm.

 

- Boden der ersten "Flunder" (blauer Hintergrund) mit 3 kleinen Unebenheiten als Zeichen handwerklicher Herstellung.

 

- die 2. "Flunder" (weisser Hintergrund) wurde mir von Herrn M. Rüdiger aus Hamburg geschenkt - als Dank sollten Sie seiner sehr informativen und besonders aesthetisch aufgebauten home-page "Blauer Heinrich" mit Spucknäpfen einen Besuch abstatten (Link in der Leiste nebenan).

Flaschen              


Säuglingsflasche (Flunder 2)

Glas, Luxemburg, 19. Jh. 

Späte Formen des "biberon limande" hatten nicht mehr den angeschweissten Schnuller, sondern eine Öffnung, die für einen Gummischnuller gedacht war. Die oben liegende Öffnung zum Einfüllen der Milch, zum Ausspülen und zum Regulieren des Milchflusses blieb unverändert.

Die Glasflaschen wurden schliesslich durch Porzellanware ersetzt.Dass dieser Typus Flasche in Luxemburg noch lange in Gebrauch war, belegt ein Exemplar aus dem Restbestand der Droguerie Bertogne, Großgasse/Conrotseck, Luxemburg.

Flaschen              


Säuglingsflasche (Flunder 3)

um 1900 

Elegante, geblasene Glasflasche mit (unhandlich enger) Füllöffnung, Länge 21 cm. Auffallend schweres, dickes Glas.

Flaschen              


Säuglingsflasche (Flunder 4)

Glas, Belgien, Ende 19. Jh.

Anfang des 19. Jh. kamen flache, schiffchenförmige Flaschen auf, die durch ein Mittelloch an der Oberseite gefüllt wurden: Die ersten Modelle waren aus Porzellan (siehe Flunder 1), später zog man Glas vor "glass feeders of similar design were introduced in the first quarter of the 19th century and replaced porcelain".

Die Füllöffnung konnte mit dem Daumen oder mit der Zeigefingerbeere zur Regulierung der Luftzufuhr abgedeckt werden. Dies gestattete ein ungestörtes Trinken ohne abzusetzen.

Die für diesen Typus Säuglingsflasche gängige Bezeichnung "flacon limande" bezieht sich auf einen Fisch, die "Rotzunge" die im Ärmelkanal häufig ist - aus Gründen der "Griffigkeit" nennen wir diesen Typus lieber "Flunder".

Die Fortschritte der Glasbläserei führten zu immer perfektionierteren Produkten. Die hier vorgestellte Milchflasche besitzt einen Schnuller, der "en bloc" mitgeblasen wurde. Diese Machart ist relativ typisch für den Lütticher Raum:
"biberon limande en verre soufflé, à bec soudé au corps principal par l'intermédiaire d'une collerette rapportée à chaud lors de la fabrication".